Peter F. N. Hörz„Without my iPhoneI would be screwed“:Cosmobile Escorts in derglobalisierten Sexindustrie –lebensstilistische Experimentemännlicher Sexarbeiter imZeitalter von Mobiltelefonie undinternetbasierter KommunikationPrologEin Sonntagabend im Sommer 2012, kurz nach 22 Uhr:1Ich sitze aufeinem ledernen Fauteuil in einem Einzimmerapartment in Berlin-Schöneberg – vor mir ein Tischchen mit gläserner Tischplatte. Aufdem Tisch zwei Gläser, zwei leere und zwei halbleere Bierflaschen –und: ein iPhone. Auf der anderen Seite des Tischs ein zweiter Fau-teuil, der gerade unbesetzt ist, weil A., den ich seit 18 Uhr leibhaftigkenne, nach vierstündigem Erzählen über seinen Alltag und seineVita nun an seinem Laptop manipuliert und sich hierzu bäuchlingsauf das Kingsize-Bett in der Mitte des Raumes gelegt hat. Es ginge,so erfahre ich, ohne fragen zu müssen, um die Umbuchung einesFahrscheins für eine in zehn Tagen geplante Bahnfahrt von Amster-1Zum Folgenden: Feldnotizen zum Gespräch mit A.(2012) – wenn nichtanders gekennzeichnet. Hier und gelegentlich im Folgenden bediene ichmich des ethnografischen Präsens, weil ich mir im Moment des Schrei-bens die seinerzeitige Situation vergegenwärtige. Einwände gegen dieseForm des Schreibens sind mir bekannt – siehe hierzu: Johannes Fabian:Time and the Other: How Anthropology Makes its Object. New York2014[1983], S. 78 und S. 80 ff.; ders.: Presence and Representation: TheOther and Anthropological Writing. In: Critical Inquiry 16(4), 1986,S. 753 ff. Gleichwohl schließe ich mich Hastrups Argumentation an, denn:
Aufsatz
„Without my iPhone I would be screwed“ : Cosmobile Escorts in der globalisierten Sexindustrie : lebensstilistische Experimente
männlicher Sexarbeiter im Zeitalter von Mobiltelefonie und internetbasierter Kommunikation
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