Marion Näser-LatherKalte Kacheln. Diskursivierungendes Umgangs mit digitaler Technikam Beispiel der Online-Lehre„Pixelbilder sind kalt und starr und unerbittlich. Der digitale Blickist einsam“, so beschreibt die Lehramtsstudentin Verena Kamman-del ihre Erfahrungen mit Online-Seminaren.1Ein*e Kommiliton*indagegen meint:„Das digitale Semester ist eines der besten, das ichje hatte.“2Mit digital vermittelter Lehre während der Corona-Pan-demie werden sehr heterogene Beobachtungen, Erfahrungen undBewertungen verbunden.In meinem Beitrag möchte ich beleuchten, wie der Einsatzvon Videokonferenzen in der Hochschullehre in den Anfangsjahrender Covid-19-Pandemie diskursiviert wurde, speziell, welche Vorstel-lungen von Präsenz sich etablierten und welche Zuschreibungen die-ser Begriff erfuhr. Dazu möchte ich zunächst ein Konzept vorstellen,das beschreibt, wie die Wahrnehmung digitaler Kopräsenz entsteht,und das ich unter anderem aus medien- und interaktionstheoretischenStudien sowie soziologischen und praxeologischen Ansätzen abgelei-tet habe. Dieses Konzept möchte ich in Dialog bringen mit Befra-gungen und Statements von Lehrenden und Studierenden deutscherund österreichischer Hochschulen aus den Jahren 2020 bis 2022, dieich angelehnt an das Verfahren der Kritischen Diskursanalyse nach1Verena Kammandel: Warum uns digitale Seminare nicht bilden undenorm erschöpfen. In: faz online, 2021, https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/gastbeitrag-warum-uns-digitale-seminare-nicht-bilden-und-enorm-erschoepfen-17225873.html?premium(Zugriff:9.12.2023).2Anna Traus, Katharina Höffken, Severine Thomas u. a.: Stu.diCo. Stu-dieren digital in Zeiten von Corona. Erste Ergebnisse der bundesweitenStudie Stu.diCo. Hildesheim 2020, https://hilpub.uni-hildesheim.de/bitstreams/065aa067-2813-4790-94e7-ee53908625cc/download(Zugriff:9.12.2023), S. 32.
Aufsatz
Kalte Kacheln : Diskursivierungen des Umgangs mit digitaler Technik am Beispiel der Online-Lehre
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