Vorrede.
Die hier entworfenen etymologischen Skizzen betreffengröfstenteils Gestalten der griechisch- römischen und germani-schen Mythologie oder sacrale Einrichtungen der Alten. Götter-und Heroennamen, Ausdrücke für Priester und Gottesdienst,für Herd und Haus und geweihte Stätten werden darin einerPrüfung unterzogen. Insofern sind diese Untersuchungen eineFortsetzung der etymologischen Beiträge, die Verfasser voreinigen Jahren an derselben Stelle veröffentlicht hat( Ost. 1907).Er versuchte darin den Nachweis, dafs neben den grofsenGöttern der Sonne und des Mondes auch die Gestalt desLucifer, des Morgen- und Abendsterngottes, in zahlreichenMythen enthalten sei; so sind auch diesmal eine Reihe vonmythischen Namen auf den Abendstern bezogen, also auch eineBelebung der indogermanischen Sideralmythologie, die manwegen der Unsicherheit ihrer Ergebnisse für immer verlassenglaubte." So Wünsch im Archiv f. R. W. 1911. S. 562. Ähnlichablehnend urteilen ja viele der heutigen Führer der Altertums-und Religionswissenschaft. Trotzdem seien diese Studien demUrteil der Gelehrten unterbreitet; vielleicht erscheinen die Pfade,die wir wandeln, manchem nicht so„ verlassen", unser Stand-punkt noch nicht so überwunden, wie man glauben machenmöchte.
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Andere Etymologien bewegen sich auf weniger um-strittenen Boden, z. B. die der spinnenden und webendenSchicksalsfrauen, die Ableitungen aus dem Präpositionsstammeop-, Bezeichnungen nach der Farbe( bes. durch die Stämmevis-, mel-, ad-, oF-), die Erklärung von avdowлоs und vonβασιλεύς u. a Auch ein syntaktisches Problem, das derNegation, ist behandelt worden, das wieder direkt in dieKategorienlehre hineinführt. Immer aber hat sich der Verfasserbemüht, den rein sprachlichen Gesichtspunkt festzuhalten unddie Gefahr der Buntscheckigkeit und Anhäufung disparaterAusführungen nach Kräften zu vermeiden.
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