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Die Entstehung und sagengeschichtliche Bedeutung des Seifridsliedes
Entstehung
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in der Prosa vor Str. 5 und Str. 5 selbst infolge ihres MetrumsFornyrðislag statt Lióðaháttr verdächtig ist, sondern an dieentsprechende Stelle der Volsungasaga.¹) Der Erwerb des Rossesferner ist klärlich nordische Zutat, da in deutscher Sage ein Roßnirgends gebraucht wird. Nur hat der Verfasser, um Odhin nichtbemühen zu müssen, Brünhild zur Besizerin eines Gestüts gemacht,das eigentlich in der Dietrichsage zu Hause ist. 2) Die Weise endlich,wie Sigurd sich einführt, paßt trefflich zu dem bisherigen Auftretendieses Kraftburschen in der Þ und braucht nicht aus dem MärchenHergeleitet zu werden. Möglicherweise aber hat der Redaktor der þdiese Szene, die er frei erfunden hat, um etwas der nordischen Roßwahl( Volss. c. 13) und den Sigrdrifumól Entsprechendes bieten zu können,bereichert, indem er die ihm überlieferte Werbungsszene plünderte.³)Denn die Art und Weise, wie Sigurd sich den Eintritt erzwingt,hat man längst mit Str. 17 des Oddrúnagrátr verglichen, wo beider Werbung für Gunnar Brünhilds Burg gebrochen wird.) Esbleibt noch die Belehrung über seine Eltern, die Sigurd von Brün-hild empfängt. Eine solche Belehrung gibt's im Märchen nicht, wennda auch in vereinzelten Fällen die Erlösten ihren Erlöser mit seinemNamen anreden. Sie hat aber ihr Gegenstück im HS, wo EugelBrünhilds Rolle spielt( Str. 48). Fragen wir uns, wer älter istin dieser Rolle, so möchte ich bei dem zweifelhaften Wert von þ c.168 dem Zwerg den Vorzug geben, zumal in c. 168 noch manches

¹) þ c. 168 Brynillder... mælir: þar man vera kominn SigurðrSigmundar sonr. Volss. c. 20, 13 eða man hér kominn Sigurðr Sig-mundarson?

2) p c. 18, vergl. Polak S. 114 ff. Brünhild ist um des c. 168 willenauch in c. 18 eingeschmuggelt worden, möglicherweise auf Grund der Gleich-setzung ihres Pflegevaters Heimir mit dem Heime der Dietrichsagen. Daß dasRoß des c. 168 aus dem Brautwerbermärchen stammt, glaube ich Panzer( S. 198)nicht. Denn Sigurd bändigt das Roß ja gar nicht, vielmehr geht es ihm frei-willig entgegen.

3) Golther hatte, wie ich aus seinen Studien zur german. Sagengeschichte( Abh. d. bayr. Akad. d. W. XVIII) S. 455 ersehe, ursprünglich dieselbe Meinung;den Aufsatz in der Germania 34, wo er sie näher begründet hat, konnte ich mirleider nicht verschaffen.

4) Polat im 4. Kapitel s. Dissertation leitet c. 227 aus der Meiri ab.Weil diese die Freierprobe nicht episch ausgeführt habe, fehle sie in der ganz.Aber selbst abgesehen davon, daß, wie ich ZfdPh 44 S. 325 ff. nachgewiesen zuhaben glaube, der von ihm angezogene Teil von e. 29 der Volss. gar nicht aufder Meiri beruht, beweisen die angeführten Parallelen nichts. So vergleichter z. B. die von mir S. 35 Anm. 3 zitierte Stelle der þ mit Volss. c. 29, 108 berr af ollum monnum.