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Zur Sage von den Nibelungen
Entstehung
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der Geschichte, sondern den edlen, dem Dietrich zu selbstloser Hilfe bereiten Fürstensahen. Diese Stämme aber waren die Alemannen und die Baiern. Vermutlich vollzog sichdie Wandlung des Motivs und die Entstehung des Typus B mit der Anknüpfung derNibelungensage an die Dietrichsage und infolge dieser Anknüpfung. War Dietrich, derIdealheld der Baiern und der Alemannen, auf Seiten Attilas beim Morde der Burgunden, sokonnte Attila nicht ferner mehr die wölfische Tücke der alten Sage begehen, und war vonihm die Schuld genommen, so musste auch das Bedürfnis, diese Schuld durch seinen Todzu sühnen, fortfallen; statt seiner musste Krimhild mit dem Tode büssen.

Lässt sich somit ohne erhebliche Schwierigkeiten die Entstehung des II. Teilesder Sage verstehen, so ist das Verständnis für die ursprüngliche Gestalt und die Ent-wicklung des I. Teiles nicht ebenso leicht. Soviel ist jedoch zunächst deutlich, dass einreligiöser Mythus des fränkischen Stammes mit der historischen Sage vom Untergange derBurgunden innerlich verknüpft ist. Dass diese Verknüpfung von Hause aus nicht organischwar, zeigte die klaffende Fuge, der ungeschlichtete Widerspruch des I. und II. Teiles inder ältesten Sagenstalt des Typus A. Dieser epische Widerspruch beweist an sich schon,dass beide Teile einmal als gesonderte Sagen vorhanden gewesen sein müssen. Der gleicheSchluss ergiebt sich aus dem religiösen Charakter des fränkischen Mythus; denn der Mythusmuss im religiösen Denken des fränkischen Stammes längst gelebt haben, ehe die Bur-gunden von den Hunnen vernichtet wurden. Die ursprüngliche Selbständigkeit beiderTeile folgt auch aus der Thatsache, dass der wichtigste Held des I. Teiles im II. Teilevollkommen fehlt, da er vor Beginn der Handlung des II. Teiles ermordet wird, ferneraus der Thatsache, dass die im I. Teile der alten Sage so überaus bedeutungsvolle Frau,die Brunhild, entweder gleichfalls vor Beginn des II. Teiles stirbt, oder doch im II. Teileganz verschwindet. Somit muss geschlossen werden, dass ein jeder Teil der Sage alsgesonderte, selbständige Sage ursprünglich vorhanden war.

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Doch wie lautete der fränkische Mythus, der dem I. Teile der Sage zu Grundeliegt und den wir kurz den Siegfried- Mythus nennen wollen?

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In alten Quellen wird übereinstimmend erzählt: Siegfried heiratet nach einer Reihevon mythischen Thaten die Schwester der burgundischen Könige und wird von seinenSchwägern oder mit ihrer Zustimmung von Hagen ermordet. Die Vermählung Sieg-frieds mit Krimhild- Gudrun ist offenbar das Band, durch das der fränkische Mythusan die Burgundensage angeknüpft wird, Krimhild als Schwester der Burgunden und alsGattin des Attila ist eine durch geschichtliche Kombination geschaffene Sagenfigur; sieexistierte ohne Beziehung zum Siegfried vor der Verknüpfung von Mythus und Sage. Manhat daher yon vorn herein dringende Veranlassung, Krimhild- Gudrun aus dem fränkischenSiegfriedmythus ganz auszuscheiden. Dem religiösen Mythus verbliebe dann nur eineFrauengestalt, nämlich Brunhild. Denn dass Sigrdrifa im eddischen Sigrdrifumól nur alsappellative Bezeichnung für Brynhild die Sieggeschmückte zu fassen ist, und dassSigrdrifa erst in der späten Gripispó und der Völsungasaga als selbständige Gestalt neben

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