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Otto mit dem Barte : eine deutsche Sage
Entstehung
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Lewdo

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Warum ist mir des Tages Licht verhafst?Ist's, weil ich fern von allen meinen FreundenMein Lelen freudlos nun verbringen soll?Weil ich von meinem Junker, den ich immerGleich einem Vater liebte, scheiden mufs?Weil ich nicht mit des Siegers LorbeerreisernDen Wappenschild mir stolz umwinden darf?Das alles wollte gern für mein VerschuldenAls eine Sühne schweigend ich erdulden.Doch was mir fürchterlich das Herz zerreifst,Was mir das Leben nicht des Lebens wertErscheinen läfst, ist meines Herzens Mahnen,Dafs ich, wenn ich des Kaisers Wort gehorche,Dem Vaterlande und dem Kaiser selbst

Die Pflicht verletze. Denn das Reich zu schirmen

Und seinem Herrn und Kaiser beizustehn

In jedem Kampf und Streit, in Not und Tod

Ist eines Ritters und Vasallen Pflicht.

Will auch der Kaiser meines Armes missen,

Mich spricht der Pflicht nicht ledig mein Gewissen!

Wie, wenn ich trotz des Kaisers BannMich seinem Heere schlösse an,Um, wenn auch gegen seinen Willen,Die Ritterpflichten zu erfüllen?Zwar, sieht er mich ein einzig' Mal,So trifft mich seiner Rache Strahl.Doch ich, der immer ich mein LebenBereit war für ihn hinzugeben,Ich sollte bangen, wenn der TodDurch seinen Richterspruch mir droht?Und mag auch, was da will, geschehen,Ich werde mit nach Welschland gehen:Und wenn ich auch den blanken Schild,Der Ritterehre reines Bild,

Mit einem angenomm'nen WappenGleich einem Schelmen mufs verkappen!Und wenn ich auch auf meinem TiereMit stets verschlossenem VisiereBeim Trosse mit den Kärrnern reite!Und wenn ich auch mein Zelt bei SeiteVom Lager fern aufschlagen soll!Doch wenn im Wald und blachen FeldSchmetternd die Kriegstrompete gellt,Dann leg' ich mut- und freudenvollDen Panzer an, ergreif' mein Schwert,Besteige schnell mein mutig Pferd,Der Feinde Schar bring' ich VerderbenUnd führe stürmend Streich auf Streich,Und fall' ich, ruf' ich noch im Sterben:,, Hoch Otto! Hoch das deutsche Reich!

Idow

W

( Er geht ab. Der Schüler und der fremde Herr betreten bei denletzten Worten wieder die Bühne. Während ihres Zwiegesprächestragen die beiden Diener den gedeckten Tisch und die Stühle hinausund gehen dann wieder ab.)