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Otto mit dem Barte : eine deutsche Sage
Entstehung
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Fremder: Dann wird mit Heeresmacht doch gleichSie Otto zum Gehorsam bringen?

Schüler: Er kann erst über die Alpen dringen,

Wenn Sonnenschein und Tauwinds WehnDen Schnee der Berge läfst zergehn.

( Zwei Diener treten ein und beginnen den Tisch zu decken.)

Er macht in dieser Zwischenzeit

Zur Waffenfahrt sein Heer bereit.So wird, vom Kriegsgetümmel fern,

Das Auferstehungsfest des Herrn

Zu Bamberg heut' von ihm begangen.

Ins Münster ist er grad gegangen,

Um dort mit Singen und mit Beten

Vor Gottes Angesicht zu treten.

Doch seht, dort oben im Palast

T

Deckt man den Tisch dem grofsen Gast,Um ihn zum Frühmahl zu empfangen.

Fremder: So hat das Stück schon angefangen?

Schüler: Ja wohl! Drum woll'n wir uns bequemen,Hier unten unsern Platz zu nehmen.

( Der Fremde und der Schüler setzen sich auf oder nebendie Pfosten der vorderen Treppe.)

1. Diener: Nur nicht gezaudert! Hurtig Gesell!Bring' her die Krüge! Diesen stell'Dem Baiern hin, dem wackeren Herrn,Der hat die grofsen Krüge gern,Diesen hier dem Herzog von Schwaben;Den goldnen mufs der Kaiser haben!Teller und Schüsseln halt' bereit!

2. Diener: Ich glaube, die Messe ist schon aus.

1. Diener: Dann dauert's nur noch kurze Zeit,Bis die Herren kommen zum Schmaus.Dafs nur der Kaiser in diesem Saal,Wo er nun speist zum ersten Mal,Nicht faules, lässiges GesindeUnd halb gedeckte Tische finde!

2. Diener: Ich sah noch nie in Bambergs GassenSolch' ungeheure Menschenmassen

Als an dem heut'gen Osterfest.

Aus Nord und Süd, aus Ost und WestSind reisige Scharen hergekommen,Haben des Kaisers Ruf vernommen,

Der die Vasallen allzumal

In seine treue Stadt befahl.

1. Diener: Und dieser Häuser reiches Prangen,Mit bunten Teppichen behangen,Mit Wappenschildern ausstaffiert,Mit dunklem Tannengrün geziert!