Seelische Ursachen des Alterns, der Jugendlichkeit und der Schönheit 13
Auch möchte ich hier auf einen anderen Ausspruch verweisen, den ichvor kurzem hörte. Es war von einem jetzt etwa fünfzigjährigen Mannevon großen geistigen Fähigkeiten die Rede, der als einer der ersten unseresLandes dem Einfluß der neuen Einstellung zu den Frauen ausgesetzt war.Die Bekanntschaft mit den Anwesenden begann vor etwa zwanzig Jahren.Vor zwanzig Jahren", meinte jemand,„, habe ich mich immer gefreut,wenn ich mit ihm sprechen konnte. ,, Ach," erwiderte jemand anderer,damals war er noch ein Bub." Keiner von den Sprechenden gab sichdarüber Rechenschaft, daß der ,, Bub" damals schon dreißig Jahre alt war.66Wenn ich den Hut aufsetze, hörte ich einmal von einem Dreißig-jährigen, so sehe ich doch nicht so bubenhaft aus."
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Sehr bezeichnend ist z. B. auch, daß sich in Wien( nach einer Zeitungs-meldung im Jänner dieses Jahres) ein„ Bund junger ArchitektenÖsterreichs" konstituiert hat und daß die Altersgrenze, bis zu der manMitglied dieser Organisation werden kann, mit dem vierzigsten Jahrefestgesetzt worden ist.
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Im Gegensatz dazu möchte ich einige Stellen aus dem Roman GabrieleReuters Aus guter Familie"( 21. bis 22. Auflage) zitieren, der in denAchtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts spielt und seinen außerordent-lichen Erfolg neben vielen Vorzügen dem Umstand verdankt, daß darindie bürgerliche Gesellschaft der damaligen Zeit sehr lebenswahr geschildertwird. Um die Heldin des Romans bewirbt sich der Landrat Raikendorf.Wollte er wirklich' mal heiraten, so war es hohe Zeit. Errechnete nach, wie alt er mittlerweile geworden. Wahrhaftigso nah' den Vierzig!"( S. 252.) Und zu Agathe sagt der Landrat:„ Prophezeien Sie einmal: Können Sie sich vorstellen, daß einjunges, hübsches, kluges Mädchen so einen alten kahlen Kerl...was? Hat nicht viel Aussicht?"( S. 254.) Und von Agathe heißt es:, Den kahlen Kopf, die müden farblosen Augen des Landrates, seinen goldenenKneifer und das beginnende Bäuchlein den Wert, den er aufs Essenlegte an alles dies gewöhnte Agathe sich mit sanfter Freude. JedeUnvollkommenheit kam ihr fast wie eine neue Garantie für die Zu-kunft vor."
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,, Die Mädchen müssen nehmen, was ihnen geboten wird."( S. 257.)Vgl. auch eine Stelle aus den Memoiren des Grafen Alex. v. Tilly, dienach der französischen Revolution geschrieben wurden.„ Eine Neffe desSchwans v. Cambray, der Marquis v. Fénelon, dem es aber am Gesangund ander Herzensreinheit seines Oheims fehlte, wagte im heran-
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