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Fridrich von Suhtscheck
Gedicht ist auch der Vater und Ahnherr aller späteren allegorischenRomane Europas.
Soweit dürfte über die von Parsiwal handelnden Teile des Ge-dichts genügend gesagt sein. Es verbleibt noch das Gâwân- nâmä.Gawan, np. Gâwân, ist ein auf Grund gewisser persischer Genea-logien neu aufgebrachter Name für den wohlbekannten Perser-helden Färîdûn. Da aber dem Urverfasser der Grundstoff zu schmalwar, schob er, um für die ersten vier der 13 Gawantage Stoff zuhaben, kurzweg zwei persische Novellen, die Obilot- und Antikonie-geschichte ein. Sie haben gar nichts mit dem Übrigen zu tun, sindfrisch und froh hineingeflickt. Ihre Vorlage konnte ich nicht aus-findig machen. Doch bieten sich sichere Anhaltspunkte, daß auchsie persischer Herkunft sein müssen. Man übersah, daß England,Wales, Nordfrankreich, wo man die Schauplätze nach Gutdünkenverteilte, niemals mit Ölbäumen, Zypressen, Feigenbäumen, Granat-apfelbäumen erfüllt waren. Was nun die wohl ziemlich bekannteFärîdûn- Dahâk- Sage bei Firdausi und Wolfram betrifft, deren Be-standtteile, wie Efeu um eine alte Mauer, innig um die historischenund geographischen Tatsachen gerankt sind, dürfen wir hier ruhigüber sie hinweggleiten.
Schon Spiegel hat 1, 663/4. 671. 3, 717 vom Einfluß des Buddha-tums auf Ostiran gehandelt. Wir wissen, daß sich ein nicht geringerTeil Ostirans dem Buddhatum untergeordnet, ja wir können heuteauf der Karte die Grenzlinie ziehen, bis zu der hin die indischeKunstreligion geschlossen geherrscht hat. Es war vor allem dasKâbulfluẞtal, das sich nach Indien hin entwässert, das fast völligunter sie geriet. Zwischen Buddhas und Zarathuschtras Lehre gabes Zwiespältigkeit. Sahen wir im Munt sal vatsche das parsischeHeiligtum in der Mitte des Gedichts, ist jetzt der Schauplatz nachNordosten verlegt: Gawan- Färidun hat zur Aufgabe, die EckeIrans vom Buddhatum zu reinigen. Der Gegensatz Chwadschä-burg- Clinschorburg tritt in Erscheinung. Im Wesen handelt es sichum den Gegensatz der zwei berühmtesten religiösen Plätze Afgha-nistans in unserem mittelhochdeutschen Gedicht aus dem Beginndes 13. Jahrh. Hier in diesem, flüchtigem Kartenblick abgelegenscheinendem Erdenwinkel Kabulistan drehen sich die drei Welttorenach Ost, Süd und West( und Nord?), nach Tschin, Indien, Iran-Vorderasien Europa- Afrika( und Nordeuropa?) in ihren rostigenuralten Angeln. Der ,, Nabel" der Alten Welt. Von hier teilen sichdie Handelswege, darunter die berühmte ,, Königsstraße" in alleFernen. Trefflich schildert uns Wolfram den ,, reichen Kram", derhier zusammengeströmt, vor allem Teppiche, Seidenwaren, Rosse.Fast sämtliche großen Eroberer der Welt, Heere der Perser, Grie-
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