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Der Gott außer Funktion
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Der Gott außer Funktion

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Furcht erfüllt", I, 7, 13 f.:,,Beraubt der Om und Vaşat, der Svadhā undder Svāhā, verzweifelten alle Geschöpfe über den Mangel des Feuers... Diedrei Welten gerieten in Verwirrung durch das Aufhören der Opfer und derGebräuche ob des Verlustes des Feuers", und V, 16, 2 spricht BrhaspatiAgni an: ,, O Verzehrer der Opfer, deiner beraubt, ist die Welt auchschon vernichtet.")

Vielleicht gehört in diesen Zusammenhang auch die Sage der Edda vondem Raube Iduns, durch den die Götter schwer betroffen werden, weil sieohne Iduns Äpfel grau werden und vergreisen müssen( s. Uhland, Schriftenz. Gesch. d. Dichtung u. Sage, VI, 66 f.; F. v. d. Leyen, Das Märchen in denGöttersagen der Edda, 1899, 32 f.), sicher aber fallen in die Reihe der zuUntätigkeit gezwungenen Götter noch die Dämonen, die, wie der Tod dessizilianischen Märchens oder der Satan der jüdischen Legende, in Flaschenoder ähnlichen Behältern verschlossen werden, damit sie kein Unheil mehranrichten können, ebenso die in Bäume verpflockten Krankheiten oderirgendwohin gebannten Seuchen, die, solange der Zwang andauert, keinenSchaden stiften, und schließlich auch das gefangene Unglück( Bolte-Polívka, II, 412-422); gleicherweise aber wären die Märchen zu erwähnen,die von dem Glück des Einzelnen erzählen, das durch den Schlaf an seinerTätigkeit gehindert wird( R. Köhler, Aufsätze über Märchen, 1894, 99 f.),wie Zeus in der Ilias, als Hera Poseidon den Achaiern zu Hilfe rufen will,oder der saint Denis de France, der sich sagen lassen muß: ,, Tu somoilleset dorz, quant faûz tes homes liges tiens en est li gran torz"( Grimm, DM4,Nachtr. 13). Aber all das liegt auf Randgebieten, und wenn wir sie durch-wanderten, stießen wir stets auf neue Pfade und Wege, und schließlichkämen wir jetzt schon ganz ab von dem eigentlichen Gegenstande, demunsere Untersuchung gilt: von dem Gotte, der die Tätigkeit, die ihm vonseinen Schöpfern, den Menschen zugewiesen worden ist, zeitweise nicht

1) Noch anders wird Agnis Verschwinden erklärt in der Dharmaparīkṣā desJaina- Mönchs Amitagati und, kürzer, in Haribhadras Dhūrtākhyāna( s. die DissertationN. Mironows, 1903, 32): Yama trägt die geliebte Chāyā( d. i. Schatten), aus Furcht,sie zu verlieren, in seinem Leibe, und diesen verläßt sie nur, wenn er eine gewisseZeremonie vollzieht. Bei einer solchen Gelegenheit gelingt es Agni, sich mit ihr zu ver-einigen; dann nimmt sie ihn in ihren Leib und läßt sich mit ihm von Yama verschlucken( Über die Verwandtschaft dieser Geschichte mit der Rahmenerzählung von 1001 Nachtvgl. A. Wesselski, Märchen des Mittelalters, 1925, 186). Durch Agnis Abwesenheit gerätdie Welt in schreckliche Not, da die Menschen ihre Speisen nicht mehr zubereitenkönnen und die Götter ihrer Opfer entbehren. Vayu, der Windgott, der auf Indras Be-fehl nach Agni gesucht und die ganze Welt vergeblich durchirrt hat, gibt den Götternein Mahl, und da erhält Yama dreifache Speise und drei Stühle. Auf seine verwunderteFrage antwortet ihm Vayu, das geschehe Chāyās halber; nun bringt er Chāyā zumVorschein und sie Agni; dieser flieht und versteckt sich in einem Haufen von Hölzernund Steinen. Seither bleibt er verborgen, und um ihn hervorzurufen, bedarf es jedesMal einer Anstrengung. Der Feuergott ist also außer Funktion, und um ihn inFunktion zu setzen, braucht es des Holzbohrers oder des Steinschlags.

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