10.042 SA 5:10
3.1 rom Nodologie, Hill,
Eine italienische Version der Katharinenlegende.
Vor einigen Jahren ging eine vom Antiquariat W. Hiersemannin Leipzig erworbene italienische Handschrift( Antiqu. Kat. 462,nr. 472) in den Besitz der Kgl. Bibliothek in Kopenhagen über,wo sie heute die Signatur S. 629, 80 trägt. Sie ist von einer Handdes 14. Jahrhs. in zierlicher gotischer Schrift auf feinem Pergamentgeschrieben, enthält 40 Blätter in Kleinoktav vier Quinionen
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mit Kustoden, jede Seite zu je meist 32 Zeilen, rote Überschriftenund ebensolche Initialen. Der Kodex hat einen neuen biegsamenPergamentband mit zwei grünen Seidenbändern erhalten. Der Textder hier enthaltenen höchst merkwürdigen Katharinenlegende endigtauf fol. 37, es folgt ein lat. Gebet( O domina mea sancta mariaperpetua virgo virginum mater...) bis fol. 40%. Durch die stetsbekundete Liberalität der Kopenhagener Bibliotheksverwaltung wares mir in Göttingen vergönnt, eine Kopie der uns hier alleininteressierenden Teile dieser noch immer nicht zur Genüge er-forschten Legende, 1 nämlich der Origo, conceptio et conversio zunehmen, wofür ich auch hier meinen verbindlichen Dank abstatte.
Meine langjährige Beschäftigung mit der Katharinenlegende,über die ich im Hinblick auf die romanhaft ausgeschmückte Jugend-geschichte der Heiligen und besonders auf den cyprischen Ur-sprung bereits kurz berichtet habe, 2 erhielt durch diese italien. Hs.eine willkommene Bereicherung. Hatte ich bisher die GruppenIa- Ic, II, III vornehmlich nach Breslauer lat. Hss. unterscheidenkönnen, so gewann ich jetzt im Verein mit inzwischen aufgefun-denem lat. Material der Greifswalder Nicolaikirchenbibliothek eineumfassende Version, die durch das Bestreben gekennzeichnet
1 H. Knust, Geschichte der Legenden der h. Katharina von Alexandrienund der hl. Maria Aegyptiaca nebst unedierten Texten. Halle 1890.H. Varnhagen, Zur Geschichte der Legende der Katharina von Alexandriennebst lat. Texten. Erlangen 1891. Fr. Spina, Die altčechische Katharinen-legende der Stockholm- Brünner Handschrift. Prag 1914.
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2 Zur Katharinenlegende= Archiv f. d. Stud. d. neuer. Spr. u. Lit. 74,140. Bd.( 1920), p. 171 ff. Die mir damals noch unbekannte Publikation vonKatona Lajos, Alexandriai Szent Katalin legendája középkori irodalmunkban= Értekezések, 18. kötet, Budapest 1903, bringt nur lat. Texte, die ausälteren abgeleitet sind. Die leider ungarisch abgefafste Einleitung ergänzt nurin geringen Einzelheiten meine zu einem stattlichen Konvolut angeschwollenenUntersuchungen und Textmaterialien, deren Abdruck ich jetzt weniger zu-versichtlich denn früher erwünsche,
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