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Otto Weinreich
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in§ 37 angezeigten türkischen Märchen und wegen der Verweise in§ 33. Von E. Littmann angeregt, hat sich Spies an die uns fast unbe-kannten türkischen Volks bücher gemacht. Sie haben nicht nurals Quelle für türkische Volkskunde Wert, sondern vor allem wegen derFülle typischer Märchen- und Erzählungsmotive, die bald mit orientali-schem Glossar ::: zum Glossareintrag schem bald mit occidentalischem ich füge hinzu auch mit antikemGut übereinstimmen. Das erklärt sich aus der Ost und West verbinden-den Lage; die mündliche Tradition findet da eine natürliche Brücke.Etwa 15 solcher Volksbücher laufen in Ausgaben heute um, deren In-halt Spies charakterisiert und von denen er zwei vollständig übersetzt.Der stereotype Motivkreis sei angedeutet: ein Königs-, Fürsten- oderreiches Elternpaar ist kinderlos; durch einen Derwisch erhalten sie einenWunderapfel oder sonst ein Mittel angegeben, um fruchtbar zu werden;das Kind ist zum Märchenhelden prädestiniert. Sind ein Knabe undMädchen so gesegneter Eltern die Helden, erblicken sie sich im Traumoder sehen sich im Bild, suchen sich und finden sich trotz aller Zwischen-fälle, Gefahren, Nachstellungen von Dewen, Hexen, Dämonen, Riesen,bis das happy end die Geschichte krönt. Selten ist ein tragischer Aus-gang, dann entblühen dem Grab zwei Rosenstöcke, die sich umranken.
Weil Spies nicht darauf hinweist, erwähne ich, daß typologisch auch eineAnalogie im antiken Liebesroman vorliegt, dessen orientalischer Glossar ::: zum Glossareintrag orientalischer Einschlag undund dessen teilweise märchenhaften oder supra- naturalen Charakter Kerényi( Die griech.- orient. Romanliteratur in religionsgeschichtlicher Beleuchtung) auf-gewiesen hat. Das Motiv der Traumliebe ist schon von Erwin Rohde( Griech.Roman, Register s. v. Traumgeliebte) beachtet worden, vgl. auch fürs Märchen-gut oben Bd. 22, 341. Auch der Apfel als( Liebes) symbol ist ja antik. Zumhäufigen( Simson)-Haarmotiv vgl. die Locke des Nisus( Frazer, Folklore OldTest. II 490). Die Form der Volksbücher, die übrigens wenig Elemente derhohen Religion aufweisen, ist das gemeinorientalische Glossar ::: zum Glossareintrag gemeinorientalische Prosimetrum, das aberauch in der Antike nicht fehlt( Immisch, N. Jahrb. 47, 1921, 409 ff.). Ein cha-rakteristischer Unterschied vom europäischen( und antiken Märchen, etwa Amorund Psyche) liegt darin, daß Held oder Heldin nicht die jüngsten, sonderneben die einzigen Kinder des Elternpaares sind. In den Helfern des jungenPaares stecken viele Eigentümlichkeiten des„ Helfermärchens"( über solche vgl.z. B. Meuli, Odyssee und Argonautika). Sehr dankenswert ist das ausführlicheMotivregister S. 131 ff., wo ich nur unter den Zahlen( meist 40, 7, 70, 9 und10, selten 12) die nicht ganz seltenen Fälle der in den Volksbüchern vorkom-menden 3- Zahl vermisse. Vgl. noch die Anzeige von Fischer, Orient Glossar ::: zum Glossareintrag Orient. Lit. Ztg.1931, 158 ff.
Die neugriechische Märchensammlung von Megas wirdunten§ 56 angezeigt.
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