Druckschrift 
Volkskunde
(1925-1931)
Entstehung
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Otto Weinreich

rus für Siebenbürgen( vgl. auch unten§ 39), das ja wie Tirol und dasHeanzenland schon durch Sammlungen erschlossen war. Die gegen 60zum erstenmal aufgezeichneten Märchen bringen großenteils auch typo-logisch oder motivisch neu und eigenartig Geprägtes. Ausgezeichnet er-zählt( Mundart meist gemildert im Interesse der Lesbarkeit), spiegelnsie vortrefflich Sitten und Glauben dieser Länder. Auch große Märchen-aggregate fehlen nicht( S. 57 ff. 118 ff.). Daß sich außer deutschen Stoffenauch türkische, zigeunerische Glossar ::: zum Glossareintrag  zigeunerische, balkanische Einflüsse zeigen, begreift sichleicht.

Auffällt bei S. 322 ff. der starke Reichtum an Versen, während sonst wenigSpuren vom ,, Prosimetrum" vorhanden sind. Die Schlußformeln sind sehr lebendigund humorig( z. B. S. 76). Die Anmerkungen bringen das Nötigste an Quellen-angaben und Verweise meist auf Aarne und Bolte- Polívka. S. 203 gehörtzu den klugen Rätsellösern( vgl. dazu unten§ 44). Das Aition für Petri Glatz-köpfigkeit erinnert an die Strafwunder, von denen ich Sitz. Ber. Akad. Heidel-berg 1924/25 no. 7 S. 10 f. sprach. Zu 284 ff. und 332 ff.( dreimal getötete Leiche)wäre auf Suchier( Die viermal getötete Leiche, 1922) zu verweisen; noch andereNachträge bei Bolte, Zeitschr. Ver. f. Volksk. 35/36, 225.

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31. Walter Keller, der sich um die italienische Märchen-forschung und Novellenkunde schon manches Verdienst erworben hat,schöpft diesmal¹ nicht aus dem Volksmund, sondern aus den Schätzender italienischen Literatur des 13.- 17. Jhds., also aus den Cento novelleantiche, Sacchetti, Fiorentino, Sercambi, Straparola, Basile( diesengibt er in stilistisch leicht gemilderter, den Marinismus beschneidenderForm worüber man streiten kann; freilich hat ja auch Ed. Nordenden Apuleius seines' Marinismo' entkleidet, so daß man seine Amor- undPsycheübersetzung liest wie ein Hausmärchen'; soll man etwa demMusäus auch seine Schnörkel wegstutzen?). Besonders dankenswert sinddie bisher noch nicht übersetzten no. 10-18, Reimdichtungen des15./16. Jhds., in Prosa wiedergegeben. Eine Bibliographie der italieni-schen Märchenkunde, Quellennachweise und Verweise auf wichtigsteHilfsmittel( meist Nummern der KHM, Bolte- Polívka, Aarne) nebst einerguten Einführung sind willkommene Beigaben. Auf dem KulturbodenItaliens begegnen sich natürlich vielerlei Ströme: antikes, orientalisches Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalisches,nordisches Gut fließt zusammen. Der herodotsche Meisterdieb treibtseine Künste im Dogenpalast( no. 6), die Sirene lebt noch( no. 31), ineinem Stück vom Typus des' Gevatters Tod'( Grimm 44) treten Juppiterund Mercur so auf wie sonst Christus und Petrus und stellen Wünschefrei( no. 18); auch der Satyr, der gefangen wird und seine Weisheitkündet, der wie ein Diable bouteux alle Geheimnisse der schlechtenMenschen kennt, lebt noch fort( no. 23, aus Straparola; vgl. dazu außerF. W. Val. Schmidt noch E. Rohde, Griech. Roman ³ 219 Anm.).

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1 W. Keller Italienische Märchen Jena 1929, Diederichs. 324 S.

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