Über das Problem des sogenannten Versehens der Frauen.
III.
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Der erste Fall betrifft eine Mutter eines etwa 15 Jahre altenKnaben, ihr einziges Kind, die mich um Rat und Hilfe vor Jahrenangesprochen hatte. Sie klagte, sie wisse sich mit demselben nichtmehr zu helfen und bat mich, ich möchte ihn in einer Erziehungs-anstalt versorgen. Sie sei halb in Verzweiflung, denn er habe eineganz unwiderstehliche Sucht zum» Schnipfen«. Alle Ermahnungen,sogar Strafen seien ohne wesentlichen Erfolg gewesen. Wo er etwassehe, das ihm einleuchte, greife er darnach und dieses auffallendeBenehmen habe sich bei ihm zur eigentlichen Sucht ausgeartet. Eskomme ihm nicht sehr darauf an, ob ihm die Gegenstände nützenoder nicht, er nehme sie doch, und er sei schon mit gefüllten Hosen-taschen heimgekommen, die entleert, meistens wertlose Gegenständezutage gefördert haben. Die Eltern konnten ihn in einem Geschäftals Ausläufer unterbringen, er sei aber wegen Diebereien bald entlassenworden, und in einem zweiten und dritten Geschäft sei die gleicheGeschichte gewesen. Nun seien sie ratlos, welche Maßnahmen zu er-greifen seien. Ich schöpfte sofort Verdacht, das eigentümliche Be-nehmen des Knaben möchte durch eigenartige Vorkommnisse mut-maßliche Begründung finden, und ich bemerkte der Frau, sie möchtees nicht übel aufnehmen, es geschehe nicht aus Neugierde, sondernes liege für mich ein ganz besonderes Interesse zugrunde, wenn ichsie frage, ob sie vielleicht während der kritischen Zeit mit diesemKnaben auch geschnipft oder gar gestohlen habe. Diese unerwarteteFrage brachte sie in nicht geringe Verlegenheit und sie beteuerte,sie habe sich noch nie an fremdem Gut vergriffen, und auch derKnabe sei nie Zeuge diebischer Handlungen gewesen, worauf ich ihrbemerkte, die Sache sei mir zu auffallend und sie möchte sich be-sinnen, ob sie nicht etwas begangen habe, das auf die Ursache desReizes dieses Knaben schließen lasse, worauf sie nach einigem Be-sinnen erklärte, meine Vermutung dürfte doch begründet sein und sieerzählte mir folgendes: Ihr Mann sei Sticker, ein sehr guter Arbeiter,aber ein leichtfertiges Blut, und mit seinem Verdienst verstehe ernicht haushälterisch umzugehen, so daß sie mitunter etwas schmal habedurch müssen. Zu allem Unstern sei er jeweilen von Samstag Abendbis Sonntag nach Mitternacht in einer großen Bierhalle als Aufwärtertätig, verdiene schön Geld und schlafe dann bis Montag Nachmittag.Gegen Abend gehe er aus, komme nicht immer zeitig heim und geheauch am Dienstag selten zur Arbeit, verjuble das Geld und dann seifür die folgenden Tage nicht immer genügend vorhanden. Dann seisie auf den rettenden Gedanken gekommen, ihrem Manne jeweilen
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