Über das Problem des sogenannten Versehens der Frauen.
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pathische Minderwertigkeit, Mangel an kindlicher Lieblichkeit beiKindern von Eltern, die beständig mit Sorgen und Bekümmernissenaller Art zu kämpfen haben, viel häufiger vorkommen, als bei solchenEltern, bei denen nicht Schmalhans zu Hause ist, wo sonnige Tagedas Familienleben würzen, Frohmut und Heiterkeit das Gemüt er-wärmen und beleben, und die Aussicht auf gelegentliche Ankunfteines Neubürgers die Mutter, statt mit Kummer und Sorgen bedrückt,mit Freude, Glück und Hoffnungen fröhlich belebt und erheitert. Insolchen Familien trifft man kindliche Lieblichkeit, Frohsinn, Natürlich-keit, Lebenslust, Normalität überhaupt viel häufiger an, als da, woNahrungs- und andere Sorgen das Regiment führen und dadurch einesorgfältige, oder doch anständige Erziehung mehr oder weniger in denHintergrund gedrängt und den Kindern unberechenbaren Schaden zu-gefügt wird.
Wenn eine mangelhafte, oder schlechte Erziehung bei KindernUngehörigkeiten mancher Art erzeugen kann, was sehr schlimm ist,so wird es noch viel schlimmer, wenn unangenehm vererbte An-lagen des Vaters, oder der Mutter noch dazu kommen.
Die Forschungen über die weitgehende Macht der Vererbung imguten und schlimmen Sinne haben gezeigt, daß, wenn diese Machtschon auf körperlichem Gebiete eine große ist, sie auf dem seelischenund geistigen Gebiete nicht weniger groß, sogar größer sein kann, alsauf dem körperlichen, und daß somit der Mensch, als ein vorzugs-weise geistiges Wesen von dieser Macht in hohem Grade beeinflußtwerden kann. Die so vielfältig vorkommende Vererbung von Geistes-krankheiten weist deutlich darauf hin.
Man kann ebensogut ein krankes, abnormales, oder ein gesundes,normales, zu großen, erhabenen Leistungen befähigtes Gehirn ererben,als ein zu großen, segensreichen, materiellen Leistungen befähigtesVermögen. Während die Erfahrung schon zur Genüge gelehrthat, daß es beim Erben von Reichtümern oft recht sonderbar mensch-lich, egoistisch zu- und herzugehen pflegt, haben wir nicht einmaleine blasse Ahnung von dem ganz geheimnisvollen Prozeß, durch dendie körperliche, seelische und intellektuelle Vererbung zustande kommt.In dieses Dunkel genügend hinein zu leuchten, ist der mensch-liche Geist und die Wissenschaft bis heute leider noch nicht in derüberaus glücklichen Lage gewesen.
Diese Tatsache gibt uns einen Begriff, wie wunderbare Wege dieNatur zu gehen vermag, zu deren Verständnis weder das Beobachtungs-vermögen unserer Sinne, noch das Denkvermögen unseres Verstandeshinreicht.
Beiträge z. Kinderforschung u. Heilerziehung 134. Kuhn- Kelly.
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