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Über das Problem des sogen. Versehens der Frauen (Muttermale) : und Mutmaßliches über Vererbung und Beeinflussung des Kindes in körperlicher und seelischer Beziehung vor der Geburt ; Beobachtungen und persönliche Erlebnisse aus 20-jähriger Kinder- und Jugendfürsorgepraxis an Hand von einschlägigen Beispielen
Entstehung
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Über das Problem des sogenannten Versehens der Frauen.

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erwehren, da ich schon damals keine große Liebhaberei für Zeichenund Wunder empfand. Von meinem Skeptizismus wurde ich aber,wie ich gleich ausführen werde, gründlich geheilt, und heute steheich auf dem Standpunkt, daß ich das Versehen der Frauen alseine unleugbare und von der Wissenschaft unwiderlegbareTatsache betrachte.

Meine Frau äußerte ihr Bedauern der Mutter dieses Kindes gegen-über und meinte, weil es ein Mädchen sei, so werde es wahrschein-lich später nicht, oder doch nicht gerne, sogar wenn es Mode seinsollte, offenen Hals tragen, um den Blicken Neugieriger nicht ausgesetztzu sein, und um nicht unangenehme Fragen beantworten zu müssen.Es sei schade, sagte sie, daß diese Himbeere nicht ein Stückweiter unten sei, etwa da, und damit zeigte sie mit dem Zeigefingerder rechten Hand auf ihren linken Oberarm. Ja, meinte die Mutter,es wäre ihr dies auch lieber, aber da sei eben nichts zu machen.

Die Unterredung war damit zu Ende, die Mutter setzte das Kindwieder ins Wägelchen, meine Frau und ich kehrten nach Hause und derAngelegenheit wurde weiter keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Nach etwa einem halben Jahre erfreute mich meine damals jungeFrau mit dem zweiten Kinde, auch einem Mädchen und zu unsermgrößten Erstaunen hatte dasselbe eine schöne, große, roteHimbeere als Muttermal am linken Oberarm, an der Stelle,wo meine Frau mit dem Zeigfinger der rechten Hand anjenem denkwürdigen Sonntag hingezeigt hatte. Ist das nurZufall, oder liegt eine besondere Ursache, eine geheime, uns un-erklärliche Kraft zugrunde, ist eine schwer zu beantwortende Frage.Wenn mir dies von jemandem erzählt worden wäre, würde ich wahr-scheinlich ein bischen die Achsel gezuckt und ein ungläubiges Ge-sicht dazu gemacht haben.

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Da ich aber Gelegenheit hatte, diese Beobachtung an meinemeigenen Kinde zu machen und ich bürge für ganz getreueDarstellung da kann von bloßer Mythe nicht gesprochen werden.Nun wird man begreifen, daß ich vom Tage der Geburt meines Kindesan am Versehen der Frauen nicht mehr zweifeln konnte.

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Es wird hierüber viel Glaubliches und Unglaubliches erzählt, undgerade, weil die Sache einen mysteriösen Anstrich hat, gefällt mansich in phantasiereichen Darstellungen und erzeugt damit Unsicherheitdes Urteils im Publikum. In medizinischen Kreisen verhält man sich,so weit ich beobachten konnte, eher ablehnend, als zustimmend zudieser Frage. Mir hat ein Arzt, den ich darüber befragte, kurz undbündig geantwortet:» Herr Kuhn- Kelly, das ist nix!<<