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singer" vielfach verwertet hat. Wagenseil fußt aber auf denBerichten der alten Chroniken über den Wartburgkrieg.In Hoffmanns Erzählung begegnen uns dieselben sechs Sängerwie im Wartburgkrieg; an der Seite des Landgrafen stehtaber nicht dessen Gemahlin, sondern die junge Wittib Mathildevon Falkenstein, zu der die Dichter wie zu einem Stern empor-schauen.
Heinrich von Ofterdingen, durch Meister Klingsor inteuflisch- sinnlicher Liederkunst unterwiesen, mißt sich in erregtenWettgesängen mit den anderen Meistern, gewinnt zeitweiligdie Liebe der Mathilde von Falkenstein, unterliegt aberschließlich der göttlich reinen Kunst Wolframs, und beginnt,von Klingfors Zauber erlöst, am Hofe des Herzogs vonÖsterreich ein neues Leben.
Es ist eine krause Gespenstergeschichte, die uns Hoffmannhier vorträgt, in der Art, wie er sie liebt und oft meisterhaftausführt; die unsrige ist jedoch keine seiner besseren; schondie häufige Wiederholung des Wettgesanges ist unkünstlerisch;die Liebesszenen sind dürftig; aber der große Gegensatz ver-worrener Weltlust und tiefer Sehnsucht nach dem göttlichenHeil kommt in Heinrich von Ofterdingen und Wolfram vonEschenbach zu bedeutungsvollem Ausdruck. Jedesfalls hatHoffmann ungleich Besseres geliefert als Friedrich de la Motte-Fouqué in seinem neun Jahre später erschienenen Dichter-spiel„ Der Sängerkrieg auf der Wartburg"( Berlin 1828),einem ganz zerfahrenen Machwerk. Und Hoffmann hat aufRichard Wagners Dichtung stärker eingewirkt als irgend einanderer. Doch wie kam Wagner zu der Verbindung der beidenfremden Stoffe, der Tannhäusersage und des Sängerkrieges?
Die Hauptfigur des letteren, Heinrich vonfterdingen, hat den Erforschern und den Liebhabernaltdeutscher Kunst und Dichtung viel zu schaffen gemacht.Der Name kommt nur in dem Gedicht vom Wartburgkriegevor, ein ähnlich klingender ist zwar in Urkunden belegt, aberkein Vers darf einem Manne dieses Namens zugeschriebenwerden; erst eine späte, ziemlich wertlose Handschrift machtihn zum Verfasser der Dichtung vom Zwergkönig Laurin.Da man also nichts von Heinrich von Ofterdingen wußte,so fabelte man mutig drauf los, um so mehr, als der Namein Friedrich von Hardenbergs( Novalis') bekanntem, frei