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Tannhäuser in Geschichte, Sage und Dichtung : ein Vortrag gehalten am 7. Oktober 1907
Entstehung
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Dies jubelnde Weltkind soll schließlich, als es ihm schlechtging, fromm geworden sein, wie so manches andere: einBußlied ist unter Tannhäusers Namen erhalten, das vielleichtecht, vielleicht nur ihm untergeschoben ist wir wissen es

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nicht. Jedesfalls ist es ohne Originalität und trägt nichtsWesentliches zur Charakteristik des Dichters bei: in seinenbeglaubigten Gedichten erscheint er als ein in den Tag hineinlebender Genußmensch, der sich überdies von den Idealender Minnezeit satirisch abwendet.

Und diese Züge genügen, um es begreiflich zu machen,daß sich die Sage dieses Dichters bemächtigte, wie denn denDichtern überhaupt nicht selten im Reich der Sage ein zweites,längeres Leben beschieden worden ist. Tannhäuser galt denVerteidigern der asketischen Weltflucht als typischer Vertreterdes verwerflichsten Sinnengenusses, als Diener der Venus,der teuflischen Liebeslust. Und nun schlossen sich, in eigen-artiger Umbildung, an seine Person uralte, weitverbreiteteSagenzüge an: elbische Wesen, die auf Bergen und inSchluchten, im Wasser oder im Innern der Erde hausen,hatten von jeher den Bund mit Menschen gesucht, sei es, daßsie sich liebend den Männern in deren Heim gesellen, sei es,daß sie diese zu sich heranzulocken verstehen. Aber den kühnenJüngling, der das Menschenland verlassen hat, überkommt schließ-lich das Heimweh: er sehnt sich zurück, reißt sich gewaltsam losund muß hierfür nicht selten mit schwerem Siechtum odermit dem Tode büßen. Vor allem der Bund mit der oberstender Elbinnen galt als gefährlich; so war in Hessen und Thüringendie Göttin Holda( die Holde), in Bayern Berhta( die Glänzende)als milde Naturgottheit verehrt worden. Sie hauste mit statt-lichem Hofstaat im Innern der Berge und hielt von hier ausihren Umzug durch die Flur und zu den Menschen. Als danndas Christentum die alten Naturgottheiten, die heiterenelbischen Wesen, zu bösen Dämonen umgestempelt hatte,wurde der Bund mit ihnen wohl als schwere Sünde hin-gestellt, durch die man die ewige Seligkeit verliere, so wie mannach älterer Anschaung das physische Leben auf das Spielsette. Der Eintritt in den Zauberberg, der in heidnischer Glossar ::: zum Glossareintrag  heidnischerZeit als verlockendes und verderbliches Schicksal gegoltenhatte, wurde als die bewußte Tat des von sündiger Begiererfüllten Menschenherzens betrachtet, eine Tat, der die ver-