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poetischem Glanz umwob, war innerlich mit dem asketischenIdeal der Kirche auf keine Weise zu vereinigen. Daher kamdieser Gegensatz denn auch bald zum entschiedensten Aus-druck. Als die Ritter- Ideale leise verblaßten, erhoben dieMönche immer lauter ihr Wehegeschrei über die ruchlosenKinder der Welt. Alle Blüten des heiteren Lebens rissen sieaus mit rauher Hand, und die Welt stellten sie dar als eineFrau von leuchtender Schönheit, deren Antlitz dem der Pallasund Venus zu gleichen schiene, deren Rücken aber vonSchlangen, Nattern und Kröten zerfressen sei; Eiterbeulenund Geschwüre verrieten, so sagten sie, hier das unheilbareSiechtum ihres Leibes und ihrer Seele. So hatte sich be-reits um die Mitte des 13. Jahrhunderts ein unüberbrück-barer Gegensatz zwischen Weltlust und Weltflucht ausgebildet,und je roher die Zeit wurde, um so gröbere Formen nahmendiese beiden Entartungen der menschlichen Natur an.
Dieses geistige Milieu allein erklärt es, daß ein Dichterdieser Zeit von wenig markanter Bedeutung zum Trägereiner Sage erhoben werden konnte, die, durch Wort undTon in ihrer legten Tiefe ausgedeutet, noch heute unsereSeele ergreift. Der Tanhûsaere, Tanhûser, Tannhäuser warein Lyriker der bereits entartenden Ritterzeit, er entstammteeinem alten salzburgischen Adelsgeschlecht und lebte von etwa1205-1270. Wie Walther von der Vogelweide war er Ritterund fahrender Sänger zu gleicher Zeit. Wie dieser war erein Anhänger der Staufer und ein Gegner der Welfen unddes Papstes. Er machte in jungen Jahren, 1228, den Kreuzzugmit, erhielt später ein Gut zu Lehen in Niederösterreich,nicht weit von Wien, gewann in Friedrich dem Streitbaren,dem letzten österreichischen Herzog aus dem Hause Baben-berg, einen Gönner, und erfuhr auch nach dessen 1246 er-folgtem Tode die Gunst Ottos von Bayern, des damaligenStatthalters von Österreich. Aber als auch dieser bereits 1253starb, hatte alle Herrlichkeit ein Ende. Tannhäuser hatte alssanguinisches Weltkind in den Tag hinein und über seineVerhältnisse gelebt; er erzählt selber, daß ihn die schönen Weiber Glossar ::: zum Glossareintrag Weiber,der gute Wein, allerlei Leckerbissen und Wohlleben( dazu rechneter besonders auch das zweimalige Baden in der Woche) zuGrunde gerichtet hätten, und nun hat er sein Gut verjubelt.Er, sonst ein stolzer ,, Wirt", ist jetzt ein scheel angesehener ,, Gast"