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Das Geschenk der Lebensjahre
Entstehung
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ALBERT WESSELSKI

als die von ihm wiedergegebene des Tazjin ist, und diese beginnt: Jesus,der Sohn Marias, ist einmal an einem Grabe vorbeigekommen, an demeiner der Söhne Israels, Ishaq mit Namen, bitterlich weinte; der erzählteihm, wie sehr er seine Frau, die hier liege, geliebt habe. Jesus sagte zuihm: ,, Begehrst du, daß ich sie mit Gottes Erlaubnis ins Leben zurück-rufe?" Hier ist von einer Abtretung eines Teils der Lebenszeit nicht dieRede, und so ist die Geschichte für uns ohne Interesse; für G. Paris aber,der den ganzen Komplex, der den Undank der Frau behandelt, unter-suchen wollte, wäre sie keineswegs belanglos gewesen. Da sie jedochweder in seine Unterabteilung passte, in der der Gatte die tote Frau ausdem Wohnorte wegschafft, noch in die andere, wo das Verweilen desMannes an ihrem Grabe auf ein gegenseitiges Versprechen, einander auchim Tode nicht zu verlassen, zurückgeführt wird, hat er sie als ,, eine ver-stümmelte Form" bezeichnet.¹) Dafür teilt er des langen und breiten eine1884 im Orientalist Glossar ::: zum Glossareintrag  Orientalist( Ceylon) veröffentlichte Erzählung aus Ceylon mit,in der ein Jude dreißig Jahre an dem Grabe seiner Frau verharrt, bisendlich Jesus kommt, worauf alles so verläuft wie bei Ibn as- Sarrağ.2)

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Diese Fassung von Ibn as- Sarrağ, dem Ibn Hallikān das PrädikatTiqa oder zuverlässiger Überlieferer zuerkannt hat, ist nach dem Isnāderheblich älter als die des Pañcatantra- Textes, der sie also mit der Ein-führung des Motivs von der abgetretenen Lebenshälfte in die Erzählungs-gruppe von der dem Gatten mit Undank gelohnten Aufopferung zuvor-kommt; wesentlich ist ihr aber weiter, daß sich die wieder zum Leben er-weckte Frau nicht mehr dem erstbesten Kerl an den Hals wirft das tutsie auch noch bei Devendra, da sie nicht ahnt, daß der Bhilla, der Ab-kömmling eines halbwilden Ureinwohnerstammes, einen Edelmut auf-weisen wird, der dem wackersten Ksatriya ziemen würde-, sondern daßes ein hochstehender Herr ist, der um ihre Gunst geworben hat, und dasbedeutet einen mächtigen psychologischen und damit literarischen Fort-schritt. Daß die Mohammedaner Glossar ::: zum Glossareintrag  Mohammedaner allenthalben und so auch in Indien denVorzug ihr gegeben haben, wie es die sogenannten Volksüberlieferungen

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1) Die Fassung ad- Damiris findet man bei M. Asín y Palacios, Logia et agraphadomini Jesu( Patrologia orientalis, t. XIII, fasc. 3 und 4), 1926, 588-591; nach al-Qaljubi, der sie für seine Nawādir übernommen hat weggelassen hat er, daß derGatte Ishaq heißt steht sie in O. Reschers Übertragung, 1920, 69, 83 und beiR. Basset, Mille et un contes, II, 15. Auf sie geht eine javanische Volkserzählung beiT. J. Bezemer, Volksdichtung aus Indonesien, 1904, 83-86 zurück, abgedruckt beiP. Hambruch, Malaiische Märchen, 1922, 89-93; s. auch Jan de Vries, Volksverhalenuit Ost- Indië, 1925, II, 409, 226.

2) Die Bearbeitung des Themas in dem Jawāmi'u'l- ḥikāyāt von al-' Aufi kenneich nur aus der Introduction zu diesem Buche, verfaßt von Muḥ. Nizamu'd- din( GibbMemorial, New Ser., VIII), 1929, wo( 231, 1775) ihr Inhalt so angegeben wird:The Prophet relates the story of a woman's faithlessness to her devoted husband andthe miraculous intervention of Christ.