selber sagte ,,, über den Kopf gewachsen“. Die ersten Gerüchte undBedenken eines Verkaufes wurden laut. Am 21. 3. 1898 schrieb dasNeue Wiener Tagblatt:„ Im Alterthumsvereine hielt am verflossenenFreitag Garde- Rittmeister Ladislaus Edler v. Benesch einen Vortragüber seine Sammlung alterthümlicher Beleuchtungsgeräthe unter Vor-weisung einer Reihe der hervorragendsten Stücke. Wer Gelegenheithatte, die ganze Sammlung zu besichtigen, kann nur wünschen, daßsie unserer österreichischen Heimat, aus der sie stammt, erhaltenbleibe. Mit bewunderungswürdigem Eifer, aber auch mit vielem Glückund Verständniß hat Rittmeister v. Benesch diese Collection zusam-mengetragen, die uns ein ganz neues Gebiet der Volkskunde er-schließt..." Und gegen Ende des Artikels lesen wir, daß sich Beneschentschlossen hat, die Sammlung wegzugeben. Ihr Preis ist keines-wegs hoch, zumal nicht für die in sich geschlossene Sammlung, diegewiß eine der größten Zierden des Museums für österreichischeVolkskunde bilden würde. Leider ist dieser Verein noch nicht in derLage, derartige Erwerbungen aus eigenen Mitteln zu machen. Eskönnte sich daher vorläufig nur darum handeln, daß ein kunstsinnigerPrivatmann die Sammlung Benesch erwerben und sie später demVerein für österreichische Volkskunde überlassen würde. Jammer-schade wäre es, wenn die einzelnen Objekte der Sammlung ver-schleudert werden müßten, denn sie bildet eine Sehenswürdigkeit undverdient als solche in Gänze erhalten zu bleiben❝11.
Einige Zeit später erwarb Kaiser Franz Joseph 1. die Kollektion. Siewurde den Sammlungen des Kaiserhauses einverleibt und danachtatsächlich dem Österreichischen Museum für Volkskunde zur Ver-wahrung übergeben 12. Im Jahre 1905 legte Benesch die Früchteseines Lebenswerkes in gedruckter Form vor:„ Das Beleuchtungswe-sen vom Mittelalter bis zur Mitte des XIX. Jahrhunderts, aus Öster-reich- Ungarn, insbesondere aus den Alpenländern und den angren-zenden Gebieten der Nachbarstaaten." Seiner Arbeit lag die Absichtzugrunde, all das, was er im Laufe der vieljährigen Sammeltätigkeiterfahren und erfragt hatte oder aus Nachrichten und vorhandenenGegenständen, Bildern, Beschreibungen usw. festgestellt hatte, füralle Zukunft festzuhalten und damit einen Beitrag zur Geschichte desBeleuchtungswesens vergangener Jahrhunderte zu liefern¹³
11„ Altertümliche Beleuchtungsgeräthe. Die Sammlung Benesch." In: Neues WienerTagblatt. Demokratisches Organ. Nr. 79, 32. Jahrgang. Montag, den 21. März 1898.12 Siehe Anmerkung 1.
13 Vgl. Einleitung von Ladislaus Edlem von Benesch vom 24. Juni 1905 in seinem Buch„ Das Beleuchtungswesen vom Mittelalter bis zur Mitte des XIX. Jahrhunderts...".
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