Druckschrift 
2 (1991) Lampen, Leuchter, Licht : Katalog. 2 / Aus der Metallsammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde : Österreichisches Museum für Volkskunde, Hauptgebäude Wien, Gartenpalais Schönborn
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

Deschmann hat die malerischen Fähigkeiten von Benesch erkannt und ihnzur Mitwirkung an der Karl Deschmann/ Ferdinand Hochstetter- Publikation,, Prähistorische Ansiedlungen und Begräbnisstätten in Krain", Wien 1879,angehalten. Benesch hat dazu 150 Zeichnungen von archäologischenFunden angefertigt. Die Auseinandersetzung mit der Archäologie dürfte inihm nicht nur sammlerische, sondern auch restauratorische Leidenschaftengeweckt haben, die er später einmal in einem Referat vor den Mitgliedernder Gesellschaft der Freunde für Kunst in Wien so beschrieben hat: ImZeitpunkt meines stürmischen Alters war jedes Stück Eisen, jedes zerbro-chene Geschirr, jedes aus Holz hergestellte Stück, jede bemalte Leinwand,für mich von Interesse, denn ich versuchte, aus jedem Stück etwasBedeutendes herauszuholen. Je defekter der Gegenstand war, je zerrisse-ner die Zeichnung war, desto größer war für mich die Anziehungskraft, unddie Erhaltung des Kunstwerkes meine Devise".

32***

Durch Kriegsereignisse und Garnisonierung lernte Benesch neben Krainauch Teile der Steiermark, Galizien, das Küstenland, Dalmatien, Vene-tien, Ungarn und Niederösterreich näher kennen. Im Hinblick auf seineAufsammlungen bilden diese Länderkenntnisse", die wir der Qualifika-tionsliste Faszikel 172 Kriegsarchiv Wien" entnommen haben, einen nichtunwesentlichen Anhaltspunkt. Ein Vergleich mit den Herkunftsorten dereinzelnen Objekte erhärtet die Annahme, daß Benesch überall dort, woer sich als Berufssoldat aufgehalten hat, auch gesammelt hat. Und er wirdals Respektsperson, die er ohne Zweifel aufgrund seines militärischenRanges gewesen ist, viel eher Zugang gefunden haben als irgend einanderer zu dieser Zeit. Für seine Sammeltätigkeit hat er sich zum Zielegesetzt ,,, nur solche Gegenstände in die Sammlung aufzunehmen, wel-che entweder als Erzeugnisse der Monarchie erscheinen, oder zummindesten auf dem Boden derselben gefunden wurden, also voraussicht-lich auch hier in Verwendung gestanden sind" 10.

Er hat die einzelnen Beleuchtungsgeräte aber nicht gesammelt, umdamit ein Museum zu gründen. Viel wichtiger erschien ihm ihre Reini-gung und Restaurierung, ihre genaue Abbildung in Form von kleinenBleistiftzeichnungen und die Angabe von Informationen, soweit erwelche einholen konnte.

Die Kollektion, die zuletzt auf 1.206 Stück angewachsen war, füllte dieZimmer seiner Wiener Wohnung bis zur Decke; sie war ihm, wie er

9

Zitat aus: Grozdana Kozak: Ladislav Benesch. Das Referat wird im Narodni Muzejin Ljubljana aufbewahrt.10 Ladislaus Edler von Benesch, in: Das Beleuchtungswesen vom Mittelalter bis zurMitte des XIX. Jahrhunderts, aus Österreich- Ungarn, insbesondere aus den Alpen-ländern und den angrenzenden Gebieten der Nachbarstaaten. Wien 1905. S. 18.

11