DER ROTE FADEN DER VERTREIBUNG: ÖSTERREICH UNGARNS FLÜCHTLINGE IM ERSTEN WELTKRIEG
UND IHRE DARSTELLUNG IN DER KRIEGSHILFEAUSSTELLUNG VON 1915
deuten darauf hin, dass die Kriegsflüchtlinge oft nicht als loyaleÖsterreicher und Österreicherinnen angesehen wurden.30
In Wirklichkeit stand daher hinter der Ausstellung die Absicht,die Wienerinnen und Wiener zu beruhigen, indem gezeigtwurde, wie der Staat auch zu Kriegszeiten nationale Energienin die Zivilisierungsmission des Reichs investierte. Durch dieVerkoppelung dieser Kriegsmission mit dem Nationalcharakterder Flüchtlinge wurde der Zweck der Ausstellung jedoch
torpediert, und das Habsburgerreich spaltete seine eigeneBevölkerung.
30 Siehe z.B. den Fall des neunjährigen Flüchtlings aus Czernowitz Stanislaus Grendecki,der 1915 denunziert wurde, nachdem er, weil sein Vater wegen des Kriegs im Kranken-haus lag, zu einem Freund im Kino gesagt hatte, dass der Kaiser erschossen gehöre.( Healy, wie Anm. 28, S. 103, 148-159).
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