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Stick- und Knüpfmuster ruthenischer Flüchtlinge im Ersten Weltkrieg : aus der Sammlung des Volkskundemuseums Wien ; [Katalog zur Ausstellung ... im Österreichischen Museum für Volkskunde in Zusammenarbeit mit der University of Western Sydney, Australien ; 30. April bis 2. November 2014]
Entstehung
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UND IHRE DARSTELLUNG IN DER KRIEGSHILFEAUSSTELLUNG VON 1915DER ROTE FADEN DER VERTREIBUNG: ÖSTERREICH UNGARNS FLÜCHTLINGE IM ERSTEN WELTKRIEG

Haberlandts Museum. 27 Österreich- Ungarns Flüchtlinge warennicht zu verlorenen Körpern des Kaiserreichs geworden,sondern zu verlorenen Händen, die das kulturelle Gefüge desHabsburgerreichs zusammenhalten hätten können. Vertriebenund von ihren Familien, Häusern und Gemeinden getrennt,dienten die Hände der Flüchtlinge nun der kulturellen und poli-tischen Mission des Habsburgerreichs zu Kriegszeiten, unddanach wurde die Erinnerung an sie in der postimperialenRekonstruktion Mitteleuropas instrumentalisiert.

Die Kriegshilfeausstellung war nicht die einzige Ausstellungwährend des Krieges, die der Wiener Öffentlichkeit die Opfervorführte. Zwischen 1914 und 1918 fanden in Wien mehr als50 verschiedene Ausstellungen statt, die häufig verwundeteSoldaten, Kriegswaisen, Kriegerwitwen und Kriegsgefangenevor Augen führten. 28 Aber anders als andere Kriegsopfermussten Kriegsflüchtlinge auf eine Art dargestellt werden,die örtliche Ängste zerstreute, die klar machte, dass dieFlüchtlinge keine Bedrohung darstellten. Flüchtlinge solltendaher nicht bemitleidet werden und staatliche Almosenerhalten, sondern in stille Botschafter" des Reichs verwandeltwerden, in stimmlose Schaffende, deren Fleiß sich genauwie in ethnografischen Ausstellungen vor dem Krieg anihren Handarbeiten ablesen ließ.29 Das Innenministeriumversuchte in der Kriegshilfeausstellung diese Sicht aufdie Flüchtlinge hervorzuheben. Aber durch die Betonungnationaler Kategorien, die die Einheit der Länder undVölker der Monarchie bekräftigen sollten, unterminierte dasInnenministerium seine eigene Propaganda. Eine polnischePuppe mag ein originelles Kriegs- Weihnachtsgeschenkfür ein Wiener Kind abgegeben haben, aber die häufigenDenunzierungen von nichtdeutschsprachigen Flüchtlingen

27 Inventarbuch des Österreichischen Museums für Volkskunde und Herkunftsakten zuÖMV/ 38.398-38.942.

28 Siehe Maureen Healy: Vienna and the Fall of the Habsburg Empire: Total War andEveryday Life in World War I. Cambridge 2004, S. 87-121.

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Das Zitat" silent ambassadors" stammt aus Diana Reynolds Cordileone: Swords intoSouvenirs: Bosnian Arts and Crafts under Habsburg Administration. In: ReinhardJohler, Christian Marchetti und Monique Scheer( Hg.): Doing Anthropology in Wartimeand War Zones. Bielefeld 2010, S. 182.

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