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Stick- und Knüpfmuster ruthenischer Flüchtlinge im Ersten Weltkrieg : aus der Sammlung des Volkskundemuseums Wien ; [Katalog zur Ausstellung ... im Österreichischen Museum für Volkskunde in Zusammenarbeit mit der University of Western Sydney, Australien ; 30. April bis 2. November 2014]
Entstehung
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Seuchen grassierten und die Kindersterblichkeit war ungeheuerhoch.62

Die Lager dienten nicht nur der Überwachung, sondernhatten auch pädagogisch- erzieherische Funktion. Aus un-gesitteten, kulturell niedrigstehenden, leseunkundigen, nicht-deutschsprachigen, ökonomisch rückständigen Slawen undItalienern sollten patriotische Österreicher oder noch besserDeutsche gemacht werden, wie es Walter Mentzel63 zusam-menfasste. Zum kulturellen Erziehungsprogramm[...] zähltenHygienetrainings und militärische Übungen, das Modell derArbeitswerkstätten, der Schulunterricht und das ausgeklügelteSystem der Bestrafungs- und Disziplinierungsmaßnahmen." 64 Kulturarbeit wurde die Zwangsarbeit der Flüchtlinge in Be-schäftigungsanstalten genannt, wo kriegswichtige Produkteauch in Form von Hausindustrie erzeugt wurden.

In Gmünd gab es Handarbeits- und Nähkurse, wo die ein-gangs erwähnten wunderschönen Stickereien von Rutheninnenhergestellt wurden.65 In der Kriegshilfe- Ausstellung von 1915,die im folgenden Artikel analysiert wird, dienten sie, nach Dis-trikten auf Kartons geklebt, der Propaganda des Innenmi-nisteriums, das von den Lagern genauso ein idyllisches Bildzeichnete wie die Ethnographen von Galizien- die Realitätsah hier wie dort anders aus.

62 ebd., S. 8, 57, 148 u. 290-292.

63 ebd., S. 331.

64

ebd., S. 332.

65

ebd., S. 384-387.

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ZUM ERSTEN WELTKRIEG IM SPIEGEL VON VOLKSKUNSTFORSCHUNG UND NATIONALISMUSMUSTERUNGEN- TEXTILE VOLKSKUNST DER RUTHENEN" GALIZIENS BIS