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Otto Weinreich
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paradox, aber man kann doch wohl sagen: die älteste deutsche Volks-kunde ist, geistesgeschichtlich betrachtet, eine Fortführung der antikenman denke anEthnographie gewesen, die ihrerseits vielfach schonSallusts ethnographische Exkurse oder gerade an Tacitus' Germaniaeinen politisch- erzieherischen Zweck mit dem belehrenden verband. Esist ja schließlich kein Zufall, daß gerade aus den Altertumswissenschaftlernder letzten Generationen so manche auch als Volkskundler führend mitgearbeitet haben und noch mitarbeiten: auch an diesem Sammelwerk!Und wenn die von Fehrle formulierten Zukunftsaufgaben der deutschenVolkskunde gültig sind, können sie ja ohne Mitwirkung der Altertums-wissenschaft auch gar nicht gelöst werden. Doch dies nur nebenbei. Wirmüssen noch einen Blick auf den 2. Bd. von Spamers Werk werfen. Erist eine einzigartige Leistung von stark persönlichem Gepräge und wo-möglich noch willkommener als der Textband, weil man eine solchewohlgeordnete Fülle volkskundlichen Bildmaterials sonst noch nicht be-kommen hat. Von vielen Helfern unterstützt, hat Spamer hier etwasUnentbehrliches zustandegebracht, und die Beschriftung der Text-seite jeweils neben der Abbildungsseite gibt nicht nur Beschreibung,sondern oft systematische Weiterführung der entsprechenden Kapiteldes 1. Bandes. Die Bilder bieten neben ,, Antiquarischem" gerade auchVeranschaulichung des heutigen Volksglaubens und-brauchs, bis herabzu Mickymaus- Mascotten, Berliner Straßenastrologen, bis zum Auf-hängen des§ im Referendarlager zu Jüterbog und zur Luftaufnahmeeines Rummelplatzes, bis zur Todesanzeige und Beerdigung des Statusquo im Saargebiet und zur Glückstüte des Berliner Schulmädels von1934. Volkskunst, Hausbau und Volkstrachten( mit schönen Farbtafeln)erhalten volle Lebendigkeit. Endlich sei noch hingewiesen auf das2416 Nummern umfassende Verzeichnis des volkskundlichen Schrifttums( von H. Bellmann), dessen systematische Durchgliederung einen Er-satz für das Fehlen der Anmerkungen im 1. Bd. bietet; beachtliche Nach-träge verzeichnet Hepding, Hess. Bl. f. Volksk. 33( 1934) 128 f. EineKleinigkeit noch: erfreulich, daß Spamer Grossers Deutung der Sator-Arepoformel billigt( S. 6), die zuerst in d. Archiv 24( 1926) 165 ff. be-kannt gemacht worden war.
P. Bäuerle, Die Volksballaden von Wassermanns Braut undvon Wassermanns Frau. Diss. Tübingen 1934, Göbel. 102 S.
Untersuchung der zwar erst seit 1800 in Deutschland aufgezeichneten, abersicher alten Volksballaden und ihrer außerdeutschen( skandinavischen, slawi-schen, französischen) Fassungen sowie der wendischen Kontamination beider
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ritus omnium gentium- E. Fehrle nennt ihn den Vater der Volkskunde"gibt F. Boehm und E. L. Schmidt, Auswahl aus den Humanisten zur deutschenVolkskunde( Eclogae Graeco- latinae fasc. 15). Leipzig- Berlin 1930, Teubner. II, 31 S.