Kleine Anzeigen zur Volkskunde
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,, Wesen und Formen der Erzählkunst"( 1934) konnte er natürlich nochnicht heranziehen. Volkslied und Volksmusik wird von Hansen, Koeppund Gniza, Tanz und Volksschauspiel von Hansen und Moser be-sprochen. Das sonst wenig beachtete Gebiet des Volkslesestoffs stelltGörner dar. Grundzüge der deutschen Volkskunst zeichnet Hahm, ihreMaterialien werden jeweils von Spezialforschern behandelt. Diese Teile,sowie die umfangreiche, treffliche eigene und vielerlei fremde Forschungklar zusammenfassende Abhandlung von Schier über den deutschen Haus-bau und Gerambs Volkstrachten erhalten im 2. Bd. ihre Weiterführung.Wir können nur noch Weniges berühren: Kün ẞberg als zuständigsterFachmann spricht über Volkskunde und Recht, Koch über Volk und Religion.So viel Gutes und Zutreffendes Koch hier sagt, so scheint mir seine Be-trachtung doch im ganzen zu sehr auf die Hochreligion eingestellt und istin ihrer stark gedanklichen Haltung nicht durchaus geeignet, ein Bild derheutigen Volksreligiosität zu geben. Vielleicht könnte für die NeuauflageRumpf gewonnen werden für einen ergänzenden Beitrag, er ist durchsein unten S. 355 f. zu besprechendes großes Werk ja dazu wie berufen! AusFehrles vorletztem Beitrag Ziele der deutschen Volkskunde( vgl. auch FehrlesEinleitung zu Bd. 7 der Oberd. Zeitschr. f. Volksk.) hebe ich zwei Sätzeheraus: ,, Hier wie auf andern Gebieten des Volksglaubens wird es keineleichte Aufgabe sein, die verschiedenen Überschichtungen germanischer,keltischer, griechisch- römischer und christlicher Gedanken zu scheiden.Aber die Scheidung muß versucht werden. Erst sie bringt uns die ge-schichtlichen Voraussetzungen des Werdens unseres Volkstums"( S. 625).Und S. 626:„ Die Volkskunde im Reiche Adolf Hitlers, das auf demVolkstum aufgebaut ist..., ist berufen zum Kampfe um die Gesundungund Erhaltung des deutschen Volkstums. In diesem Kampf muß dieVolkskunde in vorderster Reihe stehen." Die Doppelaufgabe, die Fehrlehier ausspricht, war dem deutschen Volke schon einmal gestellt: zurZeit des ersten deutschen Humanismus. Auch dort fanden sich wissen-schaftliches, sagen wir ruhig auch„ philologisches" Interesse, humani-stische Haltung und völkischer Kampfgeist zusammen. S. 560 schreibtFreudenberg( Volkskunde und Volkserziehung):„ Die deutschen Huma-nisten wurden in dem Augenblick zu deutschen Volkskundlern, wo siein der Abwehr ultramontaner Ansprüche die Germania des Tacitus neuentdecken und als Anwälte deutscher Daseinsbelange politisch verwertenund dabei über die deutschgermanische Volkskunde eines Landfremdender Vorzeit hinauswachsen zu eigenen zeitgenössischen Darstellungenihres Volkstums, wenn auch in stammesmäßiger Bindung." 1 Es klingt
1 Für die deutsche Volkskunde des 15./16. Jahrh. lehrreiche Auszüge ausEnea Silvio de' Piccolominis Germaniae descriptio, aus Konrad CeltisNorimberga und des Ulmer Ordensherrn Johannes Böhme mores, leges et