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Altchristliche Kunst : 5. Die Totenmahle
Entstehung
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H. Achelis, Altchristliche Kunst.

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großen Tuff block, der andere bückt sich, um die abgeschlagenen Stückeaufzusammeln.¹ Die Zusammenstellung weist auf den Ort, wo dieMahlzeit stattfindet, wie schon Wilpert sah: tief unten im Schoß derErde im Reiche der christlichen Bergleute.

Die erstgenannte Mahlzeit hat ihre Fortsetzung nach links ineiner andersartigen Szene, die leider seit alter Zeit stark zerstört ist.Wilpert hat zuerst eine plausible Erklärung vorgeschlagen: sie stellteine Marktszene dar. Dieselbe Frau, die auf dem Mahlbilde nebenihrem Gatten gelagert ist, macht vorher auf dem Markte ihre Einkäufein Blumen oder Gemüse.³ Obgleich erhebliche Teile des Bildes ergänztwerden müssen, um zu dieser Auffassung zu gelangen, halte ich siefür gelungen. Wesentliche Einwände sind nicht erhoben worden. Esbedarf keiner Betonung, daß derartige Vorbereitungen der Mahlzeitenergisch auf den irdischen Schauplatz verweisen.

Einmal ist die christliche Wohltätigkeit betont, die von alters herbei den religiösen Mahlzeiten der Christen ihren festen Platz hatte.Ein Armer, der sich auf einen Stab stützt, tritt von links an die Speise-tafel heran und erhält, wie es scheint, einen Becher mit Wein.4 Wie-der ein Zug, der bei einer christlichen Agape sehr naheliegt, zu demmessianischen Mahle wenig paẞt.

Eine große Rolle spielt bei unsern Mahlzeiten die Dienerschaft.Fast auf keinem Bilde fehlen die Sklaven und Sklavinnen. Wir sehensie mehrfach in der bekannten Tracht der Tafeldiener, der losenTunika; auch eine besondre Frisur, lange gelockte Haare, meint mandas eine oder andere Mal zu erkennen; einige haben Servietten überden Arm gelegt.5 Sie stehen oder sitzen um das Speisepolster herumoder sind im Begriff, eine Schüssel aufzutragen oder einem der Män-ner ein Glas Wein zu reichen. Man wird durchaus auf den Schauplatzder Katakomben versetzt, wenn einmal ein Sklave einen Behälter mitoffenem Feuer heranträgt, wie man ihn zum Aufwärmen der Speisenund zur Bereitung des Glühweins bedurfte; oder wenn einmal auf deranstoßenden Wand ein junger Sklave abgemalt ist, der vor sich auf

1 Siehe oben S. 82 Anm. 1.

2 Siehe oben S. 81 Anm. 4.

3 Vgl. die Rekonstruktion von Wilpert im Textband S. 508.

4 Siehe oben S. 82 Anm. 2.- Indessen macht v. Sybel I 206 mit Recht darauf auf-merksam, daß der Stabträger vielleicht als Diener aufgefaßt werden kann. Der Stabscheint das Abzeichen des Trikliniarchen zu sein. Vgl. die römischen Fresken einesHauses am Palatin in den Notizie scavi 1892 p. 46 und in den Römischen Mitteilungen1893 p. 290. r. Hochzeit von Concor

5 Auf dem Speisungswunder Taf. III ist links ein solcher Tafeldiener zu sehen.6 Siehe oben S. 82 Anm. 2.