Alters- Sinnbilder und Alters- Wettstreit.
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sehen zu dürfen, die auf die Zeit vor der endgültigen Trennung der Insel-Bretonen von den armorikanischen Bretonen zurückginge, also spätestensim achten Jahrhundert entstanden sein müßte; einem ,, hazard extra-ordinaire" schreibt er es weiter zu, daß Geoffrey von Monmouth seinemMerlin ähnliche Worte in den Mund legt, die er freilich in sehr freierÜbersetzung mitteilt, und schließlich sagt er: ,, Wäre diese bemerkenswerteÜbereinstimmung nicht ein Werk des Zufalls, so würde sie beweisen, daßder wallisische Mönch das Volkslied gekannt hat, und wäre für unsereBallade eine neue Bewährung ihres Alters."
Über La Villemarqué, den Van Gennep an der oben angeführten Stellein Einem Atem mit Lönnrot nennt, sind, seit der vernichtenden Kritik, derF. M. Luzel seine Tätigkeit unterzogen hat¹), die Akten geschlossen: seinevon ihm so genannten Volkslieder sind entweder ,, entièrement fabriqués"oder ,, arrangés, remaniés, en un mot, violentés de toutes les façons, pourles forcer à rentrer dans le cadre préparé d'avance..." Das hier in Redestehende gehört zu der zweiten Gattung, als das Muster, nach dem eshergestellt ist, erkennen wir die Geschichte aus Glamorgan, und passensoll es in der Hinsicht des Altersinnbilds zu den Versen der Vita Merlini.Darum mußte auch, der silva caledonia entsprechend, der Wald von Brézalhinein, der natürlich an den so oft berichteten Wald von Brocéliandedenken lassen soll, von dem schon in dem Roman de Rou oder der Gestedes Normands von Robert Wace die Rede ist2), wobei wohl auch noch dieErinnerung an die dritte der von den Brüdern Grimm in den Kinder- undHausmärchen als Nr. 39 zusammengefaßten Geschichten mitspielte, derenWechselbalg, als die Mutter zwei Eierschalen mit Wasser zustellt, sagt:
Nun bin ich so alt
wie der Westerwald,
und hab nicht gesehn, daß jemand in Schalen kocht.
Wie immer dem sein mag, jedenfalls hat La Villemarqué, für denAugenblick wenigstens, einen glücklichen Griff getan, als er nach demWalde langte. Jacob Grimm zitiert in der Deutschen Mythologie, in demden Wichten und Elben gewidmeten Kapitel, dort, wo er auf die Unter-schiebung ihrer Kinder für Menschenkinder zu sprechen kommt( 4, 388),nicht nur die erwähnte Geschichte aus den Kinder- und Hausmärchen,sondern auch, neben andern Belegen, La Villemarqués ,, bretagnischesAnsonsten will Sikes noch von einer Überlieferung wissen, die La Villemarqué selber,den er freilich aus zweiter Hand zitiert, in Glamorganshire aufgezeichnet hätte, wasnatürlich ein Mißverständnis ist; noch mehr gesteigert wird dieses bei E. S. Hartland,The Science of Fairy Tales, 1891, 116: ,, In one of the Lays of Marie de France thewood of Brézal is indicated as the spot where the oak was seen." Vgl. übrigens auchJ. Jacobs, Celtic Fairy Tales, 1891, 223 f. u. 266.
1) De l'authenticité des chants du Barzaz- Breiz, 1872; s. Köhler, III, 236 n.
2) S. Wendelin Foersters Wörterbuch zu Kristian von Troyes, 1914, 99*-106*.