Loth
Alters- Sinnbilder und Alters- Wettstreit.
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den Niger, und die wirkten im Vereine mit den magischen Formeln so,daẞ Sallo, der Krebs, selber bekennen mußte, er sei tot.
Wie man sieht, macht diese Geschichte, die einen aitiologischenCharakter trägt, einen Eindruck der Ursprünglichkeit, der Echtheit, undfremde Einflüsse möchte man für sie höchstens von einem Nachbarvolkeannehmen; dem ist aber nicht so. Schon eine Aisopische Fabel, die wirzuerst aus ihrer Erwähnung bei Aristophanes kennen¹), erzählt, die Hau-benlerche( ó xoqudós), die allerälteste unter den Vögeln, die noch vor derErde dagewesen sei, habe ihren toten Vater, nachdem er, weil es nochkeine Erde gab, fünf Tage lang unbeerdigt geblieben sei, in ihrem Kopfebegraben. Diese Fabel nun, die natürlich die Haube der Lerche erklärensoll, also als Natursage angesprochen werden darf, stimmt mit der Erzäh-lung des Tommofirri in jener Ergänzung zu dem großen Volksepos derSoroko in einer Weise überein, daß ein Zusammenhang nicht geleugnetwerden kann, und wer dies doch tun wollte, würde rasch eines bessernbelehrt werden durch die Tatsache, das Ähnliches ein zwar noch nichtmohammedanischer Glossar ::: zum Glossareintrag mohammedanischer, aber aus Mekka stammender Dichter, der im Jahre 9der Flucht verstorbene Umaija ibn aş- Salt, von dem Wiedehopf erzählt,der, als noch Nebelgewölke und Finsternis herrschten, seine Mutter aufseinem Hinterkopfe bestattet hat2).
Die Aisopische Fabel ist also, durch ihre arabische Ausstrahlung,durchaus geeignet, das Alter der aitiologischen Sage der Soroko von demAlterswettstreit der Tiere in die Zeit herabzudrücken, wo die Oberschichtder Soroko den Islam angenommen hatte, und daran ändert auch nichtsder immerhin merkwürdige Umstand, daß eine ähnliche Natursage auchAilian als einen uudos der indischen Brahmanen gibt, die seine Handlungzwar nicht in die Zeit vor der Erschaffung der Erde, aber doch in diegraue Vorzeit verlegen( ὠγύγιον... μῆκος χρόνου): der Wiedehopf mitseinem Schopfe ist durch die Verwandlung eines Königssohns entstanden,der seine Eltern in seinem Kopfe begraben hat³). Ailian hält für wahr-
1) Der Text von Aristophanes( Aves, 471 f.) steht bei Halm als nº 211, der Textvon Apostolios, identisch mit dem Aristophanischen, bei Furia, nº 415. Furia verweistin der Note dazu( 98) auch auf die лτvμẞídio xoqvdalides Theokrits, zu deren Er-klärung der Scholiast dieselbe Fabel beibringt; s. weiter Galenus, De simpliciummedicamentorum facultatibus, 1. XI, vo. Corydos.
2) Umaija ibn Abi aş- Şalt, Gedichtfragmente, ges. u. übers. v. Fr. Schultheẞ,1911, 85; vorher schon in dem Exkurs De epope avium rege von J. van Leeuwen, indessen Ausgabe der Aves, 1902, 267, wo wir auch erfahren, daß das Gedicht nach IbnQutaiba, dem wir seine Erhaltung verdanken, hätte erklären wollen, warum der Wiede-hopf stinkt. Vgl. weiter W. Schultz, Rätsel bei Pauly- Wissowa, IA, 101 u. W. Wienert,Die Typen der griechisch- römischen Fabel, 1925, 62, nº 254( in der Fuẞnote ist derVerweis auf Hausrath zu tilgen).
3) De natura animalium, l. XVI, c. 5. Im Indian Antiquary, VI, 345 steht eineÜbersetzung des Ailianischen Textes als die eines Fragments von Megasthenes( nachSchwanbeck; vgl. O. Stein bei Pauly- Wissowa, vo. Megasthenes, 312); diese hat dann,
Melanthon VI
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