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ALBERT WESSELSKI
diesem Gebiete aufzustellen, aber als anmaßend wird es hoffentlich nichtempfunden werden, daß ich die Meinung ausspreche, daß die Rahmen-erzählung, die über strittige religiöse Themen handelnden Teile und damitdie Hauptidee der Geschichten von den Sklavinnen Tudur und Tawaddudihren Ursprung in einer šī'itischen Streitschrift von der Art der Hasaniyahaben, während die Erörterungen über allgemein islāmische Dinge undüber Gegenstände der andern Disziplinen Einschübe oder Zusätze dar-stellen, die den von der Rahmenerzählung umschlossenen Lehren undBelehrungen den Charakter einer Enzyklopädie des zu einer umfassendenBildung erforderlichen Wissens geben sollen, wie dies ähnlich etwa beidem Buche von Martianus Capella zutrifft.
Auf jeden Fall steht weiter die Geschichte von Tudur der von Ha-saniya näher als die Geschichte von Tawaddud: sie führt nicht nur, sowie die Hasaniya, keinen verschwenderischen Sohn ein, sondern hat auchmit ihr den Zug gemeinsam, daß Hārün die Sklavin, wenn sie bei derPrüfung nicht bestehen sollte, ohne Bezahlung für sich beansprucht, undauf eine persische Herkunft deutet auch die Erwähnung des Şüfismus.Andererseits hat sie, wie schon die Auszüge bei Menéndez, 159-165 zei-gen, von den Dingen, auf die die Ḥasaniya zu verzichten scheint, mit derGeschichte von Tawaddud so viel gemeinsam, daß man sagen kann, diezwei Darstellungen müßten letzten Endes auf dieselbe Quelle zurückgehen,wobei als nicht uninteressant erwähnt sei, daß die Prognostiken auf dasJahr nach dem Wochentage, mit dem es beginnt, die in beiden Texten,allerdings in verschiedenen Redaktionen, angeführt werden, nach M. Stein-schneider¹) ,, von den Mohammedanern Glossar ::: zum Glossareintrag Mohammedanern" dem Imām Ğā'far aş- Şādiq zu-geschrieben werden, jenem' Alīden also, in dessen Hause Ḥasaniya erzogenworden ist.
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Ob es nun die Geschichte von Tudur war, von deren keineswegs altemManuskripte behauptet wird, es sei wahrscheinlich in Spanien geschriebenworden, 2) oder eine andere Fassung der Erzählung von der gelehrtenSklavin, jedenfalls ist Tatsache, daß eine solche Erzählung schon früh-zeitig in kastellanischer Sprache bearbeitet worden ist; dieser Text weist,nach Menéndez( 144) alle stilistischen Kennzeichen des vierzehnten Jahr-hunderts auf, ja er könnte sogar noch ins dreizehnte zurückgehen, wo eineReihe ähnlicher arabischer Werke übersetzt worden ist. Die bisher be-kannten vier Handschriften, deren eine nur einen Teil des Textes enthält,stammen allerdings erst aus dem fünfzehnten Jahrhundert, ³) sind aber
1) Die hebraeischen Übersetzungen des Mittelalters, 1893, 905; s. Brockelmann,I, 220 n.
2) Menéndez, 165.
3) Herm. Knust, Mittheilungen aus dem Eskurial, 1879, 613, 545-547, 629;W. Suchier, L'enfant sage, 1910, 21.