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Der gottgefällige Mord
Entstehung
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ALBERT WESSELSKI: Der gottgefällige Mord

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FFCom n° 96, 110

DER GOTTGEFÄLLIGE MORD. Thompson V188: Q545

Von

Hess. Bl. 1.V, XXIX, 117/.( School) 148Albert Wesselski. In 17.4.9.32 vergelicht ben ſhifts/ 100/101

Die sogenannte Finnische Schule der Märchenforschung, die bei derUntersuchung jedes Motiv- Komplexes von seiner geographischen Verbrei-tung ausgeht und dabei literarische Denkmäler auch ehrwürdigen Altersnicht anders wertet als moderne Aufzeichnungen aus dem Volksmunde, hatsich das Verdienst erworben, für eine Reihe von Märchen volkstümlichesMaterial in einem Umfange und einer Gründlichkeit zusammengebracht zuhaben, wie man das früher kaum für möglich gehalten hätte. Unter diesenzumeist in den FFCommunications erschienenen Arbeiten gelten zwei derwichtigsten einer Erzählungsgruppe, die sich um das Hauptmotiv eines ganzgroßen Sünders gebildet hat: die eine dieser Abhandlungen- der Verfasserbeider ist N. P. Andrejev in Leningrad trägt den Titel Die Legende vonden zwei Erzsündern( FFComm., 54, 1924), die andere Die Legende vondem Räuber Madej( FFComm., 69, 1927; die Vorrede ist vom 2. Oktober1926 datiert, aber abgeschlossen und erschienen ist die Arbeit erst imSommer 1929). Würde diese zweite Studie nur das auf dem Titelblattegenannte Thema, wie es der russische Gelehrte auffaẞt, behandeln, sobestünde für eine orientalistische Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalistische Zeitschrift kaum ein Anlaß, sich mit ihrzu beschäftigen; aber sie greift hin und wieder auf die in der andern be-handelte Geschichte über, und so müssen wir gelegentlich auch sie bei dieserErörterung heranziehen, die den orientalischen Glossar ::: zum Glossareintrag  orientalischen Quellen der Legende vonden zwei Erzsündern gelten soll.

Andrejev stellt für diese Legende, die er im Allgemeinen als ost- undsüdslawisch anerkannt haben will( 22), folgendes Schema auf( 7):1. Ein schwerer Sünder bereut;

2. es wird ihm eine unerfüllbare Buße auferlegt;

3. er erschlägt einen andern, noch größern Sünder, worauf ihm seineSünden vergeben werden: dies wird durch die Erfüllung der Buẞe angezeigt.Die folgende Untersuchung wird jedoch ergeben, daß sich dieses Schema,ebenso wie der Name, den Andrejev der Legende oder dem Märchengegeben hat, nur in Hinsicht auf den gegenwärtigen Hauptbestand anvolkstümlichen Fassungen rechtfertigen läßt, keineswegs jedoch auch, wasdie geschichtliche Entstehung betrifft. Aus diesem Grunde ziehen wir einenandern Weg vor, als ihn Andrejev gegangen ist, um den Problemen, die eraufgestellt hat, näher zu kommen. Andrejev selber meint( 87),, es wäresehr interessant, wenn wir das Urbild der Legende von den zwei Erzsündernin der älteren Literatur auffinden könnten', und stellt weiter fest:, Die