gehen sie umher mit dem„ engelken"( kleinen Engel, wie das kleine Kindmanchmal genannt wird) und singen ein kurzes Lied. Cock und Teirlinckgeben eine große Anzahl Bezeichnungen für dieses Spiel und viele von denbegleitenden Verschen. In gewissen Fällen lassen die Kinder die Händelos, wenn gewisse Wörter im Reim erreicht werden, oder das Kind wirdin die Höhe geprellt.
Rausch 194) glaubt, daß Fischarts„ Trag den Knaben" sich auf das Spiel,, Bäbähäfele" bezieht, worin zwei Kinder ein drittes tragen und dabeisingen:„ Bäbähäfele, schiss ins Pfännele." Dieser Reim so wie viele vonden holländischen, die von Cock und Teirlinck 195) zitiert werden, recht-fertigen anscheinend Haidings 196) Vermutung, daß diese drei Kinder etwamit dem Kindertöpfchen im Vordergrund des Bildes zu tun haben. Es magsein, daß die Kinder das Töpfchen in ihrem Spiel benutzt haben, oderes mag auch sein, daß Bruegel es daneben gesetzt hat, weil die Wörter indem begleitenden Lied sich darauf beziehen, daß man ein kleines Kind imGebrauch des Töpfchens unterrichtet( der Sitz, der von den gefaßten Händender größeren Kinder gebildet wird).
In den Spielen„ Töpfeverkaufen“ und„ Brückenspiel" 197) wird jedesKind der Reihe nach von zwei Spielkameraden auf ähnliche Weise in einemTeil jedes Spieles getragen. Aber mehr als drei sind zu diesen Spielennötig.
Böhme 198) gibt ein Verschen mit dem Titel„ Tönnchen- Tragen", daszuweilen mit diesem Spiel gesungen wird. Züricher 199) gibt ,, Sässeli trage"und den Reim, den man in Bern in der Schweiz benutzt. In Wien heißt es,, Engerltragen".
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Rechts von der Wand spielen einige Kinder eine Form von dem Spiele,, Blinde Kuh"( ,, Blind Cow", das englische ,, Blind- man's Buff"[ Buff bedeutetSchlag 200) ein beliebtes und weitverbreitetes Spiel, den Griechen bekanntals„ myia chalke"( eherne Fliege) 201). Böhme 202) beschreibt das Spiel wiefolgt:„ Die Augen eines der Kinder der Gruppe werden zugebunden; alleanderen hüpfen lustig und lärmend um es herum, während es laut imSprechgesang sagt:„ Chalken myian theraso"( Ich jage eine eherne Fliege);die anderen antworten:" Theraseis, all' ou lepseis!"( Ja, du jagst, fängstaber keine.) Unterdessen zupfen und ziehen sie an demjenigen, der dieAugen zugebunden hat und necken ihn, bis er eines von ihnen fängt, dasdann seine Rolle übernehmen muß. Das deutsche„ Blinde Kuh" unterscheidetsich etwas von dem griechischen darin, daß der Spieler mit den zugebun-denen Augen in einen Kreis von Spielern hereingeführt wird, oder er wirdvon jemandem herumgeführt, der ein bestimmtes Zwiegespräch mit ihmzusammen singt. Das beginnt gewöhnlich mit:„ Blinde Kuh, ich führe dich.",, Wo denn hin?" usw. Böhme druckt sieben Versionen von diesem Zwie-gespräch ab, die in verschiedenen Gegenden in Deutschland gebrauchtwerden 203). Gegen das Ende dieses einführenden Gesanges befiehlt mander„ Blinden Kuh", etwas zu suchen, gewöhnlich einen Löffel 204). Werangefaßt wird, ist„ der Löffel" und er ist dann das nächste Mal an der Reihe.
Dieses Spiel ist offenbar seit Jahrhunderten in Deutschland bekannt,denn schon Otfried von Weissenburg scheint es im Sinn zu haben, wenn er
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