nennt dieses Spiel„ Spitzeln" und Spamer 186) erwähnt, daß solche Messer-spiele oft von dem Hersagen von bestimmten Verschen begleitet werden.Es ist möglich, daß das„ Ruck oder Schneid" von dem Nördlinger„ Spiel-gesetz"( 1426) sich auf dieses Spiel bezieht.( Siehe Nr. 18, oben.)
24.
Hinter den Knaben, die das Messer werfen, sehen wir einige Ziegel-steine, die man aufeinander gelegt hat, um einen kreisförmigen Raum zubilden. Die Baumeister dieser Mauer haben das Baumaterial, das nahe beidem Sand liegt, ausgenutzt, sind aber selbst nirgends zu sehen, und ihrWerk ist schon teilweise zerstört worden.
Drost 187) sagt, daß die Kinder in Flandern solche Mauern errichten,wenn sie Brunnen machen,„ Waterputten maken". Cock und Teirlinckbeschreiben unter„ Huizekes bouwen" auf Sand gebaute Häuser und setzenhinzu, daß die Kinder in Brüssel heutzutage gerne Häuser bauen, wo eineStraße gepflastert wird, so daß sie die umherliegenden Pflastersteine undKieshaufen benutzen können. Sie nennen diese Häuser„ ketjes"( Hütten).Handelmann 188) bespricht einen ähnlichen Zeitvertreib der Kinder auf denNordfriesischen Inseln: sie zeichnen Vierecke in den Sand und spielen, daßsie Scheune sind, in denen sie ihre Pferde, Kühe und Schafe( verschiedeneArten von Muscheln) unterbringen. Böhme 189) beschreibt auch verschiedeneBautätigkeiten von Kindern um einen Sandhaufen herum.
Hugo von Trimberg erwähnt das Bauen als eines der Spiele( siehe dasganze Zitat, Nr. 15, oben), das ein alter Mann mit Kindern spielt:„ Undhülfe in machen hiuselin."( H. v. Trimberg, Der Renner, hg. G. Ehrismann,I, S. 111, Zeile 2697.)
25 a.
Gerade hinter dem„, rinckelenden hoep" sitzen zwei Jungen rittlings aufeinem großen Faß, einer auf jedem Ende, einander gegenüber. Sie haltensich mit den Händen in dem Spundloch fest( das außerordentlich großscheint) und schaukeln sich anscheinend von Seite zu Seite, indem jeder mitseinem Fuß abstößt, wenn dieser den Erdboden berührt 190).
25 b.
Ein zweites Faß, das aufrecht steht, ist in der Nähe. Ein kleines Mäd-chen, das ihr Gesicht am Spundloch hat, riecht entweder das Innere desFasses oder sieht hinein 191).
26.
Die drei Kinder links von dem Faß in der Mitte des Vordergrundesspielen ein Spiel, das Drost 192) ,, kakkestoelemeien" nennt und bei den nach-ahmenden Spielen einreiht, während Cock und Teirlinck 193) eszu denSchaukelspielen stellen und unter dem allgemeinen Titel„ Jezuken in'tKapelleken" besprechen: Zwei große Kinder fassen einander an den Hän-den, die rechte Hand des einen in der linken Hand des anderen und einkleineres Kind sitzt auf ihren gefaßten Händen. Die größeren geben ihrefreie Hand zu demjenigen, das getragen wird, das„ Jezuken" auf seinemStühlchen oder„ kakstoeltje" und schwingen es hin und her. Manchmal
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