OLAF BOCKHORN, WIEN
Volksfrömmigkeit
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Sekten
Neue Religionen.
Empirische Ansätze zur Erforschung„ neuer Frömmigkeit"
in Österreich
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Wo sich hingegen das Individuum frei und für seineigenes Schicksal verantwortlich fühlt oder inner-halb einer Minorität für Freiheit und Unabhängig-keit kämpft, entwickelt sich eine religiöse Erfahrunghumanistischer Art."( Erich Fromm, Psychoanalyseund Religion, Stuttgart 1983, S. 51)
EINLEITUNG
,,, Volksfrömmigkeit bleibt ein Un- Begriff, über den nur in einer einzi-gen Hinsicht Übereinstimmung herrscht: er bezeichnet in der Konsequenzeines national( istisch) en Volksbegriffes die Frömmigkeit der staatsverbun-denen und-tragenden christlichen Glaubensgemeinschaften und hier in er-ster Linie Ausdrucksformen katholischer Frömmigkeit" meint ChristophDaxelmüller, nachdem er neue und neueste Ansätze volkskundlicher Fröm-migkeitsforschung zusammengefaßt und ein spürbares Unbehagen am Be-griff ,, Volksfrömmigkeit" geortet hat¹. Dieser„ Un- Begriff" ist gerade fürdie österreichische Volkskunde immer noch von einiger Relevanz, denn, Volksfrömmigkeit" meint hierzulande mehr als anderswo katholische, rö-misch- katholische Frömmigkeit mit ihren die Volkskundler zumindestseit Rudolf Kriss² interessierenden ― formalen Ausprägungen: Arbeitenüber Wallfahrten, Votivbilder, Mirakelbücher etc. gibt es wahrlich genug,wird es-angesichts der noch nicht aufgearbeiteten Materialien auch
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1 Daxelmüller, Christoph: Volksfrömmigkeit. In: Rolf W. Brednich( Hg.), Grundrißder Volkskunde. Einführung in die Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie,Berlin( 1988), S. 329ff., hier S. 331.
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Zur„ Geschichte" der„ religiösen Volkskunde" vgl.: Scharfe, Martin: Prolegomenazu einer Geschichte der Religiösen Volkskunde. In: Wolfgang Brückner- GottfriedKorff Martin Scharfe, Volksfrömmigkeitsforschung(= Ethnologia Bavarica, H.13). Würzburg- München 1986, S. 67ff.