Belohntes Vertrauen?
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genhändig unterfertigt, werden erbeten an den Postulator..."( O. Neur-urer). Oder:„ Für die offizielle Einleitung des Seligsprechungsverfahrensist es wichtig, daß der Bischof von der wachsenden Verehrung Kenntniserhält. Wir bitten deshalb, alle Gebetserhörungen und Danksagungen unsmitzuteilen."( P. Rigler). Im Umgang mit den Gebetserhörungen als dochirgendwie sensiblen Daten gibt es große Unterschiede. Bei einigen Die-nern Gottes werden eigene Schriftenreihen, Mirakel- Zeitschriften, die peri-odisch neue Erhörungen abdrucken, oder zumindest eigene Broschüren mitErhörungen herausgeben. In anderen Fällen geht man mit den Erhörungenzurückhaltender um. Es steht aber unzweifelhaft fest, daß der Schriften-werbung eine maßgebliche Rolle bei der Ausbildung neuer Kulte zukommtund daß die Gebetserhörungen dabei einen wesentlichen Anteil haben. Vonnichts kommt nichts. Ohne Förderung schläft eine beginnende Verehrungwieder ein. P. Assion u. G. Best haben in ihren Untersuchungen überneue Kulte eindeutig den engen Zusammenhang zwischen der kirchlichenFörderung eines Kultes und der Zahl der einlangenden Erhörungen nach-gewiesen. Mit der Zahl der publizierten Schriften, in denen Erhörungenabgedruckt werden, steigt auch die Zahl der Erhörungen. Die Postulations-schriften dienen also nicht nur der Veröffentlichung von Gebetserhörun-gen, sondern erzeugen diese zugleich auch.30
Kümmert sich dagegen keine kirchliche Stelle um eine sich anbahnendeVerehrung, gibt es auch bald keine Berichte über Erhörungen mehr. ,, Diesteigende Zahl von Erhörungsmitteilungen", schreibt G. Best,„ ist alsonicht nur Zeichen wachsender Verehrung, sondern auch eine Folge äußererwerbewirksamer Ereignisse im Kult." 31 Bei massiver Verwendung derErhörungsmitteilungen als kultförderndes Mittel, wie sie etwa in der Her-ausgabe eigener Mirakelzeitschriften zu erkennen ist, können denn auchdie Zahlen der einlangenden Erhörungen ins schier Unermeßliche steigen.Das zeigt das Beispiel von U. Nisch, von der allein in der Zeit seit Be-ginn des Seligsprechungsverfahrens Anfang der 50er Jahre bis 1964 51.556Erhörungen gemeldet wurden³2; zu Bruder Jordan Mai liegen über 60.000Erhörungen vor³³, und Bruder Meinrad Eugster in Einsiedeln hielt imFeber 1987 auch schon bei über 35.000 ihm zugeschriebenen Gnadener-weisen. Bei anderen Kulten mit zurückhaltender Schriftenwerbung und
30 P. Assion, Ein Kult enststeht( wie Anm. 4), S. 46.31 G. Best, Neue Heiligenkulte( wie Anm. 4), S. 22.32 P. Assion, Ein Kult entsteht( wie Anm. 4), S. 47.33 G. Best, Neue Heiligenkulte( wie Anm. 4), S. 96.