Wiener
Liturgie
„ Volksfrömmigkeit"
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Gruppen haben ihre eigenen Gesten und Gewohnheiten, die ihrer Spiri-tualität entsprechen: Begrüßung,„ vergessene" alte Gebetshaltungen( z.B.ausgebreitete oder erhobene Arme, Handauflegung). Hier ist Liturgie nichtroutinemäßiger Vollzug festgelegter Riten, sondern Ausdruck des Lebensund Glaubens der geist- erfüllten Gemeinde. Nicht zu übersehen ist derhohe emotionale Wert der Beheimatung in einer solchen Gruppe, dochbesteht die Gefahr, daß sie gerade dadurch zum Sammelpunkt psychi-scher Grenzgänger wird, und die Tendenz zu sektenartiger Abkapselung.Von der alten ständischen Gliederung sind die Jugendgruppen noch amstärksten in den Pfarrgemeinden vertreten. Sie finden für ihre Gottesdien-ste oft eigene Ausdrucksformen, die der Mode unterliegen. Waren in densechziger Jahren laute rhythmische Lieder gefragt, so scheint der Trendnun in Richtung Romantik zu gehen: meditative Gesänge, wie sie etwain der Kommunität von Taizé( Frankreich) gepflegt werden, Kerzenlichtusw. sprechen viele junge Menschen an( nicht nur in der Kirche). Für ihreGemeinschaft erfinden sie Symbole, z.B. werden beim Friedensgruß nichtnur die Hände gereicht, sondern je nach Jahreszeit Blumen, Weizenkörner,Ostereier übergeben. In diesem Zusammenhang sind auch Versuche zurBelebung des liturgischen Tanzes zu nennen.
Pfarren in Döbling( Wien 19) halten gemeinsam am Montag vor Chri-sti Himmelfahrt in den frühen Morgenstunden eine Feldmesse in einemHeurigengarten am Kahlenberg ab. Daran nehmen nicht nur Winzer teil,sondern auch andere Bezirksbewohner. Es ist eine„ ganz normale" Messe,die durch die Ungewöhnlichkeit von Ort und Zeit zu einem besonderen Er-lebnis wird. Seit 1979 findet alljährlich ein„ Nachtgebet für Wien" statt,wobei jede Stunde von einer anderen apostolischen Gruppe gestaltet wird.
Maria
Zu Pfingsten hat Johannes Paul II. ein Marianisches Jahr ausgerufen.Schon die Eröffnung war rekordverdächtig. In einer einstündigen weltum-spannenden Fernseh- Live- Sendung betete der Papst mit Gläubigen in denbekanntesten Wallfahrtsorten aller Kontinente einen Rosenkranz für denFrieden. Die Sendung ist als„ biggest live television broadcast" in die Me-diengeschichte eingegangen. Sie wurde mittels 18 TV- Satelliten und 30Umsetzern bewerkstelligt. Mehr als 1000 Techniker arbeiteten an derbisher unvorstellbaren
Überwindung technischer Schwierigkeiten. Die