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Volksfrömmigkeit : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1989 in Graz
Entstehung
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Herlinde Menardi

dieser Hoch- Zeit des kirchlichen Jahres auf das zu beschränken,was durch amtliche Rubriken vorgeschrieben ist. Es wäre vorei-lig und unklug, angesichts der Neuordnung von 1955 das HeiligeGrab von vornherein als unliturgisch beiseite zu schieben. Hat esdoch Jahrhunderte hindurch mit jener Einrichtung der Liturgiegemeinsam bestanden, die der Reform als Vorbild gedient hat." 13

Trotzdem und das zeigt die Auswertung des Fragebogens von 1983für das Heilig- Grab- Buch besonders deutlich war für einen Großteilder Geistlichen die Liturgiereform der Grund zum Verräumen, z.T. auchVernichten der Heiligen Gräber. 14 Wenn es nicht gleich geschah, wurdeoft die folgende Kirchenrenovierung zum Vorwand genommen, das HeiligeGrab nicht mehr aufzustellen.

Ein Umdenken läßt sich ab 1980 verstärkt feststellen, das in der Folgeauch in den Tageszeitungen zum Ausdruck kommt. 1980 berichtet z.B. die,, Neue Tiroler Zeitung" von der Aufstellung des Mutterer Grabes, welchesam Dachboden der Leichenkapelle gefunden wurde; 15 weitere Nachrichten1981. Im Jahr 1982 findet im Tiroler Volkskunstmuseum eine Ausstellung,, Fastenkrippen und Heiliggräber des Krippenverbandes statt. Diese Aus-stellung war auch Anstoß für den Initiator des Heilig- Grab- Buches, Nor-bert Möller, der zunächst in einem zweiteiligen Artikel im Wochenblattder Diözese Innsbruck über das Heilige Grab in seiner pastoralen und li-turgischen Praxis schrieb und damit im Sinne von A. Jungmann

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die Instruktion der Ritenkongregation, die viele für das Todesurteil derOstergräber ansahen, in das richtige Licht rückte. 1983 berichten die ver-schiedenen Tageszeitungen vom Heiligen Grab in Terfens, das seit einigenJahren wieder aufgerichtet wird, und animieren zum Besuch.16 Die An-regung wird von der Bevölkerung angenommen. In der Osterbeilage derTiroler Tageszeitung 1983 wird im Vorspann zu einem Bericht über dieHeiliggrab- Bruderschaft in Pfunds auch die liturgische Frage angeschnit-ten. ,, Obwohl durch die Erneuerung der Karfreitags- und Osternachtslitur-gie im Jahr 1956 die volkstümlichen Formen der Passions- und Auferste-hungsfeiern von der Kirche abgeschafft wurden, ist es dennoch gelungen,

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Zitiert nach N. Möller, wie Anm. 4, S. 36.

Ich danke dem Haymon- Verlag für die Möglichkeit, in das Fragebogenmaterial Ein-blick nehmen zu können.

' Neue Tiroler Zeitung, 5.4.1980, S. 5.

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Tiroler Tageszeitung, Tirol- aktuell, 31.3.1983.