Das Teufelsbild in einem finn- schwedischen Kirchspiel
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der Volksfrömmigkeit auch böse sei, scheint hier nicht zu interessieren, esgeht eher darum zu zeigen, daß der Teufel der beiden Materialkategorienderselbe ist. Durch eine Analyse der Gattungen der beiden Materialkate-gorien wird dies nicht deutlich, aber wenn man das folkloristische Materialkulturanalytisch betrachtet, ist trotz großer Verschiedenheiten die Ähn-lichkeit evident.
Drittens hat mir das klassische Gattungssystem Schwierigkeiten berei-tet, weil ich keinen deutlichen Unterschied zwischen Sage und Märchenfinden kann. Im empirischen Material ist die Grenze keineswegs deutlich.In denjenigen Texten, die diesen Gattungen angehören könnten, kann ichweder die Anzahl der Episoden, das Übernatürlich- Magische, das Wundernoch die Funktion, die sonst alle Kriterien für die Gattungszugehörigkeitsind, verwenden. Z.B. werden die vielen Episoden des Märchens mit demSchauderhaften der Sage vermischt. Dies ist besonders hinderlich, wennman sich dafür interessiert, ob die Einwohner in Vörå tatsächlich an denTeufel glaubten, denn die Märchengestalten sollten, im Gegenteil zu denSagengestalten, nicht psychologisch realistisch sein, und folglich sollte manan sie nicht glauben. Der Unterschied zwischen den zwei Gattungen müßtevon entscheidender Bedeutung sein, aber wie soll der Forscher arbeiten,wenn die Grenze fließend ist?
Viertens gab es unter den Aufzeichnungen aus Vörå überhaupt keineMemorate. Haben die Einwohner also nicht an den Teufel geglaubt? Wiesoll man dies verstehen? Einerseits kann man es so deuten, daß die Ein-wohner in Vörå nicht von einer Begegnung mit dem Teufel erzählen, weilsie ihn tatsächlich nie getroffen haben. Er existierte also nicht und folg-lich wäre es egal, ob er gut oder böse ist. Seine Existenz in einigen Textenkönnte man als Versuch erklären, den Texten einen Unterhaltungswertzu geben. Daß man aber in Vörå den Teufel doch nicht ernst genommenhätte, kann ich nicht glauben, denn die Gegend war ja eine ausgeprägteErweckungsgegend, und außerdem erzählen auch die Andachtsliteraturund die Erbauungsbücher, die zweifelsohne den Erzählern bekannt waren,was geschieht, wenn man das Leben nach den Vorstellungen des Teufelsverbringt, also wenn man trinkt, tanzt, Karten spielt usw.'.7 Im Alltaghatte der Teufel sicher seine Bedeutung, wenn auch nur als bedrohlicheGestalt, die aus pädagogischen Gründen notwendig war.
Ein weiterer Grund dafür, warum es keine Memorate über den Teufelgibt, könnte mit seiner Rolle als Wächter der Moral zusammenhängen.
7 Björkqwist S. 430; Nohrborg S. 704; Sions sånger 3: 5.