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Nils- Arvid Bringéus
vieler Mutmaßungen, die an die persönliche Lebensführung des Pfarrersanknüpften. Vom ethnologischen Standpunkt ist es eine großartige Studie,die gerade die Haltungen und Wertungen des Volkes in den Mittelpunktrückt.
Zwar war die Kritik an den mündlichen Überlieferungen als Quellenseitens der Theologen und Historiker stark, doch erhielt Pleijel 1946 einenBundesgenossen in dem neuen Professor für Volkskunde, Sigfrid Svensson.Als Pleijel mit seinem eigenen Archiv dann in eine Villa in der Finngata10 einzog, wurden die beiden Institute Nachbarn, und einige von uns Stu-denten hatten beide Professoren zu Lehrern.
Auch von der Soziologie gingen wichtige Impulse aus. Sie war eine aufdie moderne Zeit ausgerichtete Wissenschaft, aber Pleijel fand eine sozio-logische Sichtweise fruchtbar für das Studium historischer Prozesse. Beiseiner Beschäftigung mit dem schwedischen kirchlichen Leben zur Zeitder Einheitskirche fand er, daß diese eine Schablone in der sogenanntenHaustafel des Lutherschen Katechismus hatte. Ein jeder der drei Stände-Lehrstand, Wehrstand und Nährstand hatte seine Aufgabe und seine
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Pflichten. Die Normen der Haustafel galten auch für den sozialen Rah-men, den der Haushalt bildete. Eine seiner Essaysammlungen hat Pleijelgeradezu„ Aus der Zeit der Haustafel“(„ Från hustavlans tid")( 1951) ge-nannt und eine andere„ Die Welt der Haustafel“(„ Hustavlans värld")( 1970). Das Normensystem der Haustafel exemplifiziert Pleijel zufolge,was Anders Nygren„ Die Bedeutung des Selbstverständlichen in der Ge-schichte" genannt hat. Die Ideologie der Haustafel strukturierte indirektdie Gesellschaft und bildete eine Matrize für die Beziehungen zwischenund innerhalb der drei Stände. Pleijel erschien sie zweifellos auch als einesoziale Wirklichkeit( vgl. Nordström 1988). Obgleich er der Ethnologieweit näher stand als der quantitativ ausgerichteten Soziologie, muß manihn unbedingt auch als bahnbrechend für diese neue Disziplin betrachten,die den Namen Religionssoziologie erhalten sollte.
Pleijel betonte ständig die Bedeutung der historischen Perspektive, aberin der Schrift, mit der er 1983 seine gehaltvolle Reihe„ Samlingar ochstudier till svenska kyrkans historia" ,, Sammlungen und Studien zurGeschichte der Schwedischen Kirche" abschloß, näherte er sich unse-rer eigenen Zeit. Die Arbeit trägt den Titel„ Beerdigung in aller Stille.Von sozialer Strafe zur Privatzeremonie“(„ Jordfästning i stillhet. Frånsamhällsstraff till privatceremoni"). Genau wie in der Studie zum litur-gischen Handtuch legt Pleijel hier eine doppelte Perspektive an: sowohldie der Obrigkeit, wie sie in der Gesetzgebung zum Ausdruck kommt, wie