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Volksfrömmigkeit : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1989 in Graz
Entstehung
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Vorwort

,, Frömmigkeitsforschung hat derzeit Konjunktur", schrieb ChristophDaxelmüller 1988. Die in den siebziger und achtziger Jahren zunehmendeBeschäftigung mit diesem Thema läßt diese Feststellung mehr als gerecht-fertigt erscheinen, allerdings wurde dabei, Frömmigkeit" oder Volksfröm-migkeit" meist als Ausdruck christlicher insbesondere katholischer

Glaubensformen gesehen.

Es schien demnach höchst an der Zeit, einmal im Rahmen eines Kon-gresses über diesen aktuellen Forschungsbereich nachzudenken, nicht zu-letzt auch über die Gültigkeit einer Terminologie, die in ihrer Begriff-lichkeit nach wie vor schwammig und schwer faßbar wirkt. Einer derarti-gen Veranstaltung käme u.a. die Aufgabe zu, Standortbestimmungen zudiskutieren sowie unterschiedliche Ansätze und interdisziplinäre Zugängesichtbar zu machen.

Der Österreichische Fachverband für Volkskunde entschloß sich daher,die Österreichische Volkskundetagung 1989 dem Thema Volksfrömmig-keit" zu widmen. Der Kongreß fand vom 21.- 25. Mai 1989 in Graz stattund bezog den Fronleichnamstag mit ein. Im Rahmenprogramm drängtesich daher eine Exkursion zu diesem Termin inhaltlich geradezu auf.Diese bot mit den Blumenteppichen im weststeirischen Deutschlandsbergund der von Friedensreich Hundertwasser umgestalteten Barbarakirche inBärnbach zwei Ziele an, die zumindest äußerlich die Volksfrömmig-keit im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne zeigten. Auchder zweite Punkt des Rahmenprogramms der Öffentliche Vortrag"

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befaßte sich mit kulturellen Objektivationen: Viktor Herbert Pöttlerreferierte anhand von Dias über Probleme, Volksfrömmigkeit in Freilicht-museen darzustellen.

Der Einladung nach Graz waren etwa 150 Teilnehmer gefolgt, von de-nen 25 mit einem Referat ihren Beitrag leisteten. Der geographische Bo-gen spannte sich dabei von Skandinavien bis Mittel- und von West- bisOsteuropa.

Inhaltlich ließ sich die Forschungstradition, Volksfrömmigkeit primäreiner katholischen Glaubenswelt zuzuordnen, nicht verleugnen. Daß dieseZuordnung jedoch vor der Auflösung steht, zeigten jene Referate, dieentweder den christlichen Rahmen sprengten oder überhaupt die Allge-