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Als die Welt nach Wien und Soja nach Europa kam : 27.06.2023 - 08.10.2023
Entstehung
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Vitrine 3( Straßenseite)

Mailand 1906, Turin/ Rom 1911,Paris 1937 und die geplanteExpo 1995

1906 gastierte die Weltausstellung erst-mals in Italien, in Mailand. Anlässlich derEröffnung des Simplontunnels, einer Ver-kehrsverbindung zwischen Italien und derSchweiz, war diese Ausstellung besondersVerkehrs- und Infrastrukturinnovationengewidmet. Der österreichische Pavillon warals ein idealtypischer Bahnhof aufgebaut.Das Gebäude war an den Themenschwer-punkten Eisenbahnindustrie, etwa Loko-motiv- und Waggonbau, sowie Tourismusorientiert. Das, österreichische Küstenland"( Istrien, Görz, Triest) war neben Kärnten,Krain, Salzburg, Nieder- und Oberösterreich,der Steiermark, Tirol, den Sudetenländern"( Böhmen, Mähren) und der Bukowina eindort beworbenes Reiseziel des österreichi-schen Teiles der k. und k. Monarchie, wieein Bericht in Die Zeit vom 26. Juni 1906erklärt. Im Museumsarchiv ist eine Objekt-liste mit Bezeichnungen und der Summe derTransportkosten von 2275 Kronen erhalten.

In Turin lag der Schwerpunkt derWeltausstellung 1911 auf Wirtschaft undArbeit. Es gab darüber hinaus mehrereNebenausstellungen, etwa in Rom und Flo-renz, anlässlich des 50. Jahrestages derEinigung Italiens. Die Ausstellung in Rommit dem Titel ,, Mostra dell'Agro Romano"beschäftigte sich mit der Kultur und Land-wirtschaft rund um die italienische Haupt-stadt. Michael Haberlandt erwarb dort fürdie Sammlungen des Volkskundemuseumsattraktive Objekte.

Nach 1873 fand in Wien bis heu-

te keine Weltausstellung mehr statt. 1995war die Weltausstellung als Expo 1995" inWien und auch in Budapest geplant. Nachdem Ergebnis einer Volksbefragung im Jahr1991 wurde die Expo abgesagt. Das Volks-kundemuseum war im Vorfeld maßgeblichan der Planung der Expo beteiligt gewesen.Aus einem Protokoll von 1990 geht her-vor, dass das Museum gemeinsam mit demEthnografischen Museum Budapest einForschungsprojekt über Europäische Volks-kunst durchführen sollte, dessen Ergeb-nisse im Rahmen der Expo gezeigt werdensollten. Miteingebunden war auch das Eth-nografische Museum Kittsee, das bis 1995eine Außenstelle des Volkskundemuseumswar. Die Museen waren vom Bundesminis-terium angehalten, anhand von Trachtenund Möbeln regionale Unterschiede undGemeinsamkeiten darzustellen. Nach demFall des Eisernen Vorhanges sollten Wienund Budapest nun wieder als eng verbun-dene Städte in einem historisch begründe-ten und möglichst in die Zukunft weisenden,gemeinsamen Raum( Donauraum) präsen-tiert und positioniert werden. Klaus Beitl,der damalige Direktor des Volkskundemu-seums hielt fest, dass es um das Verbinden-de der Menschen gehen sollte und nichtkritisch anhand von Landes- und Sprach-grenzen über Europäische Volkskunst nach-gedacht werden sollte.