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Die Teufellitteratur des XVI. Jahrhunderts
Entstehung
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OSBORN

Titinil vertreibt die Andacht aus der Kirche, sucht besondersdie witben, nunnen" und" petschwestern" auf, macht siehoffärtig und wollüstig( was ihm immer am besten gelingt,wenn sie andächtig sind), Wal endlich verführt zu Verleumdungund zu falschen Anklagen ¹).

Ähnlich ist es im Erlauer Spiel( ed. Kummer( S. 96bis 100), ähnlich im Friedberger( Zs. f. d. Alt. 3, 547 f.), in derHaller Passion( Germania 11, 97); und ganz entsprechend istauch in der ungefähr gleichaltrigen italienischen Rappresen-tazione di Biagio Contadino" Astarot ein Geizteufel, Callabrinoein böser Geist, der den Glauben raubt, Tirinazzo Herrscherim Reiche der Betrügerei und des Verrats, Squarciaferro derTeufel des Aufruhrs 2). Man verband auch dies Motiv mitder Ständesatire, so beispielsweise im Redentiner Osterspiel³),und liess die Unterteufel, die Vertreter der einzelnen Sünden,je einen Repräsentanten einer Berufsklasse, welche der be-treffenden Sünde besonders verdächtig war, vor den HerrscherLucifer schleppen, indem man sich auch hier an ältere Vor-bilder anlehnte 4).

Auch in den Namen der Teufel fand nach französischemVorbild 5) die besondere Art der Thätigkeit allmählich Ausdruck,und neben den Bezeichnungen ganz allgemeiner Natur, vondenen wir eine Reihe soeben kennen lernten, neben den altenbiblischen Namen Belial, Belzebub, Astarot und neugebildeten,wie Hellhunt, Lasterbalck, Rülleprüll, Storenfried u. a. 6),die alle ziemlich willkürlich erfunden sind, kommen nun Teufel-namen auf, die in bewusster Absicht den individuellen Charakter1) Wackernell, Die ältesten Passionsspiele in Tirol( Wien1887) S. 99.

2) D'Ancona, Origini del Teatro

italiano II, 56 ff.

8) cf. Ludwig Wirth a. a. O. Mone II, 82 ff.

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4) z. Bsp. Seifr. Helbl. VII, V. 482 ff. ed. Seemüller S. 254,u. derselbe, Studien zum klein. Lucidar.( Wien 1883) S. 109. Hierwerden die Anführer der geschlagenen Lasterhaufen in Seelen gebannt,die ihnen besonders ergeben sind.

5) Mone, Schauspiele des Mittelalters II, 27.

6) cf. Weinhold, Gosches Jahrbuch für Litteraturgeschichte I, 1 f.