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Sind für einen und denselben Buchstaben mehrere Sigel-bedeutungen gegeben, so sind dieselben derartig gewählt, dasssie im Zusammenhange nie miteinander verwechselt werdenkönnen.
Der Gebrauch der Sigel ist ein allerdings nur sehruntergeordnetes Hilfsmittel zur Abkürzung.
Zu ihrer Bildung ist in der Regel der An- oder Aus-laut oder sonst der bedeutsamste Laut des darzustellendenWortes gewählt, je nachdem der eine oder der andere zur Her-vorrufung des ganzen Wortbildes geeigneter erschien.
§ 8. Bemerkenswertes über Orthographie.
Die stenographische Schrift ist in orthographischer Beziehungviel einfacher als die Kurrentschrift; alles Entbehrliche wirdweggelassen. Man merke:
1. In der Stenographie gibt es kein sogenanntes grossesAlphabet( A, B, C u. s. w.).
2. Das Dehnungszeichen e nach i bleibt unbezeichnet.
3. aaa, 00= 0.
4. h bleibt vor den Stammschlüssen l, m, n, r undnd unbezeichnet.
5. Die Doppelkonsonanten ll, rr und ss sind stets zu schreiben;in allen übrigen Fällen der Konsonantenverdoppelung steht demSchreibenden die Wahl frei, d. h. er kann statt bb, dd, gg, ffu. s. w. auch b, d, g, f u. s. w. schreiben.
ck= k, tz= z; ck und tz werden nur geschrieben, wo eineUnterscheidung notwendig ist.
6. Zur Erreichung grösserer Kürze können ä und ö aufdieselbe Weise angedeutet werden wie e, ü wie i oder u, ai und euwie ei, äu wie ei oder au.
7. Fremdwörter sind in der Regel nach der Aussprachezu schreiben; th= t, rh= r, gh g.
8. Eigennamen werden mitübereinstimmend geschrieben.
der Kurrentschrift
II. Verbindung der stenographischen Schriftzeichen.Die natürlichste, einfachste Verbindung der stenographischenBuchstaben wird dadurch hergestellt, dass der folgende daanfängt, wo der vorhergehende aufhört. Vielfach jedochfindet in der Stenographie eine viel innigere Verbindung,ja sogar häufig Verschmelzung der einzelnen in der Silben-bildung zusammentretenden Konsonanten statt.