Vorrede zur I. Auflage.
Die erste allgemeine Versammlung Gabelsberger'scher Stenographensetzte in ihrer zu München am 19. August 1852 abgehaltenen 5. Sitzungeinen Preis von 50 Thlr. Gold für das beste kurzgefasste, nach Gabels-bergers Lehre und den von der Versammlung selbst vereinbarten Schreib-weisen gemäss bearbeitete Lehrbuch der Redezeichenkunst aus und be-auftragte die Unterzeichneten mit der Ausschreibung und Einladung zuzahlreicher Bewerbung, sowie mit Prüfung der eingelaufenen Bewerbungs-schriften und Besorgung des Weiteren.
In Vollziehung dieses Mandates übergeben dieselben die nach ge-wissenhafter Prüfung der eingelaufenen Bewerbungsschriften als desPreises würdig befundene von
Herrn Hieronymus Gratzmüller,Benediktiner- Ordenspriester und Direktor des Institutes für höhere Bildung in Augsburg,verfasste Schrift vertrauensvoll der Öffentlichkeit mit dem aufrichtigenWunsche, dass sie von der Vortrefflichkeit und dem überaus grossenNutzen der genialen Schöpfung eines deutschen Mannes, unseres geliebtenund unvergesslichen Meisters
Franz Xaver Gabelsberger,
Zeugnis ablegen, dass sie zur Erlernung einer Kunst, welche einem unsererkostbarsten Kapitale, der Zeit, neuen und reichen Zuwachs zuführt, an-spornen, dass sie die deutsche Redezeichenkunst nach allen Seiten hin ver-breiten und fördern, dass sie endlich aber auch die Grundlage eines ein-heitlichen Zusammenwirkens aller wahren Gabelsbergerianer im Geistedes Mannes, dessen Namen sie tragen, werden möge.
Im August 1853.
In Vollziehung der Beschlüsse der ersten allgemeinen Versammlung Gabels-bergerscher Stenographen die von derselben ernannten Preisrichter:
Dr. Julius Anders,' Vorsteher des stenograph.
Bureaus der I. Kammerzu Berlin.
Georg Gerber,
Heinrich Raetzsch,
öff. Lehrer der Stenographie, Mitgl. des königl. sächsischenII. Vorst. d. Gabelsb.- Stenogr.- stenographischen InstitutesZentralvereins zu München.zu Dresden.
Vorwort zur VII. Auflage.
Seit dem Erscheinen der ersten Auflage der Preisschrift im Jahre 1853war das Bedürfnis nach einer vollständigen Einigung bezüglich einzelnerSchreibweisen sowohl als hinsichtlich der Feststellung mehrerer wichtigenRegeln des Systemes innerhalb der Gabelsbergerschen Schule immer regergeworden. Der Wunsch, dieser Forderung gerecht zu werden, führte dahin,dass im verflossenen Jahre der Zentralverein zu München, der zu Wienund das königl. sächsische stenographische Institut durch Abgeordneteaus ihrer Mitte zu einer Prüfungskommission in Dresden zusammentratenund auf Grund der von der letzteren Anstalt gemachten Vorlage, mit Be-rücksichtigung der auf Erfordern von seiten der Vereine und einzelnerStenographen eingegangenen Gutachten sich über die bisher aufgetauchtenKontroversen und Schreibweisen einigten. Einer der wichtigsten der vonder Kommission gefassten Beschlüsse ist der, die Preisschrift als ge-meinschaftliches Lehrmittel der drei Korporationen zu erklärenund den Verfasser dieses Lehrbuches mit der nach Massgabe der ge-fassten Beschlüsse vorzunehmenden Revision und Redaktion zu beauftragen.Das Ergebnis dieser Arbeit liegt dem stenographischen Publikum in dieserdem allgemeinen Bedürfnisse entsprechend umgearbeiteten und in meh-