71 Gusle/ Lahutë mit Bogen aus Nordalbanien/ Umgebung von SkutariAnkauf aus der Sammlung Franz Graf Revertera, 1918.
Brief an Direktor Dr. Michael Haberlandt:
Kruja, 30. 8. 1918
Sehr geehrter Herr Professor!
Ich beabsichtige am 20. September nach Wien abzureisen und beidieser Gelegenheit einige interessante Gegenstände mitzubringen,welche ich gerne dem Museum auf einige Zeit leihen möchte. Einigedavon könnte ich auch eventuell ganz überlassen, worüber wir jamündlich sprechen können. Ich hoffe Sie sind mit meinen Intentioneneinverstanden. Es würde mich freuen, wenn die Gegenstände nochrechtzeitig für die Eröffnung des Museums dort eintreffen würden,und Ihren sowie den Beifall des Wiener Publikums finden würden.²²Indem ich mich Ihnen bestens empfehle verbleibe ich, verehrterHerr Professor,
Ihr ganz ergebener
F. Graf Revertera Oblt.
Korpus und Hals aus einem Eichenblock geschnitzt; schmalbirnenförmiger Korpus, gewölbt,mit Seitenverstärkung und Reliefdarstellung: Schlange, zwei Halbmonde und zwei Radscheiben;im Boden 4 kleine Schalllöcher; Hals in reichster Durchbruchsarbeit mit Kerbschnittausfüllung:auf einer mit einem Kreuz verzierten Scheibe türmen sich neun Säulen mit blockartigen Mittel-stücken, darüber die Scheibe für den Saitenwirbel und auf dieser wölbt sich der Guslekopf,bestehend aus zwei Alligatoren oder Drachen, diese umrahmen eine Männergestalt, deren Kopfvon einem Löwen bekrönt wird. Saitenwirbel als doppelte Schlange geschnitzt.Gesamtlänge: 810; Korpus, Breite max.: 205, Höhe max.: 70; Halslänge mit Kopf: 480.Hautbespannung: geklebt und mit 28 Holzstiften befestigt; 10 kleine Schalllöcher eingebrannt.Bogen: aus Astholz geschnitzt, Gesamtlänge: 515, Höhe: 147, Streichlänge: 365; der ganzeBogen mit flächenfüllenden Kerbschnittschuppen verziert.
ÖMV 36.425
Mais 1969, Nr. 22
22 1917 übersiedelte das Museum vom Haus der Börse am Ring in das Gartenpalais Schönborn in derLaudongasse des 8. Wiener Gemeindebezirkes, die Eröffnung fand am 26. Juni 1920 statt.
Guslen| Lirice
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