Druckschrift 
2 (2012) Musikinstrumente : Katalog der Sammlung der Musikinstrumente des Österreichischen Museums für Volkskunde in Wien. 2 / Chordophone / Walter Deutsch und Gerlinde Haid. In Zsarb. mit dem Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und dem Österreichischen Volksliedwerk. Unter Mitarb. von Elisabeth Egger... Mit einem Vorw. von Margot Schindler
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

Ramadan Sokoli:

Veglat muzikore popullit shqiptar

( Die Musikinstrumente des albanischen Volkes), Tiranë 1966.

S. 108

Die Lahutë wird aus einem einzigen Holzblock herausgeschnitten. Die Lahutaren,die meistens das Instrument selbst herstellen, bevorzugen das Holz von Ahornoder Fichte. Es wird aber auch Holz von Pappel, Weide-, Nuss- und Eichenbäumenverwendet. Die Bergbewohner fällen den ausgewählten Baum normalerweise aneinem Mittwoch bei klarem Himmel und Vollmond, sonst würde das Instrument,, schief" klingen. Die Decke wird aus Kaninchen- oder Jungziegenhaut hergestellt.Sie wird mit Holzschrauben auf dem Korpus

der Lahutë befestigt. Der Bogen wird aus denZweigen der Kornelkirsche geschnitzt. DieBogenhaare werden aus dem Schwanz schwar-zer Pferde erzeugt. Der Hals endet meist ineiner Herz-, Blatt- oder Steinbockfigur. ÄltereRhapsoden sagen, dass der Steinbockkopf amHals der Lahutë auf Skanderbegs Helm zurück-geht. Dadurch nennt man solche Instrumente,, Lahutë mit Skanderbeg".

Die Lahutë war ein Statussymbol. Eine Familieohne Lahutë wurde als, heruntergekommenesHaus" bewertet; hingegen, wo es gute Lahu-taren gab, sprach man von Sängerhaus" oderSängerfamilie".

Auf der Lahutë spielen außer Männern auchFrauen. Diese Frauen übernehmen die Rolledes Mannes wenn sie Witwe geworden sindoder in der Familie kein Bub zur Welt kam.Diese Frauen wollen damit so lange wie

möglich den Namen der Familie weiter lebenlassen. 10

9 Gjergj Kastrioti Skanderbeg( 1405-1468), albanischer Feldherr und Nationalheld.

10 Ardian Ahmedaja: Zur Melodik der albanischen Volkslieder. Eine Typologie der gegischen Lieder.Dissertation an der Universität Wien, Wien 1999, S. 250-253.

Guslen| Lirice

111