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2.
Der vorliegende Katalog zur Klassifizierung der Chordophone folgt im Wesentlichenden Vorgaben von Ernst Emsheimer und Erich Stockmann aus dem„, Handbuchder europäischen Volksmusikinstrumente"( 1967). 6 Die darin erläuterten Prinzipienfür eine allgemein anzuerkennende instrumentenkundliche Ordnung bilden dieLeitlinien zur systematischen Darstellung der Instrumente. In Hinblick auf eineGesamtschau sind auch Einschränkungen zu bedenken, welche sich aus derMannigfaltigkeit an Formen, Anwendungsarten und Spieltechniken ergeben.Schon 1897 hat der Hauptgründer und Leiter des Österreichischen Museums fürVolkskunde, Michael Haberlandt, zur ersten Ausstellung der Museumsbeständeauf die Schwierigkeiten hingewiesen, welche aus der Betrachtung der Volkskunstin einem Vielvölkerstaat erwachsen. Die verfügbaren Instrumente aus derSpielpraxis verschiedenster Volksgruppen belegen eigene Tradierungsgesetzeund weisen neben definierten Gestaltungsnormen eine hohe Zahl individuellerFormgebungen auf.8
Die Ordnung erfolgte nach ergologischen und typologischen Kriterien unterBerücksichtigung der klassischen Einteilung in Streich- und Zupfinstrumente.Die unmittelbare Klangerzeugung durch das Streichen mit Bogen, das Anschlagenmit Plektrum und Schlägel und das Zupfen beziehungsweise Anreißen mit denFingern sind wichtige Kriterien für die Beschreibung der einzelnen Gattungen.Ergänzt durch morphologisch- typologische Bestimmungen sowie unter Beachtungseiner Konturen, Merkmale und Ausstattung wird das Instrument einer bildhaftenBeschreibung zugeführt.
Neben dem Erfassen der Maße, der Form, des Materials und aller anderen ergolo-gischen Befunde enthält die Bestandsaufnahme zum Teil über hundert Jahre alteAkten, Inventarzettel, Briefe und Widmungsurkunden. Aus historischen Quellenist ein Bezug zu volksmusikalischen Inhalten und Formen nicht immer ablesbar.
6 Ernst Emsheimer und Erich Stockmann: Vorwort der Herausgeber. In: Bálint Sárosi: Die Volksmusik-instrumente Ungarns(= Handbuch der europäischen Volksmusikinstrumente, Serie 1, Band 1),Leipzig 1967, S. 7-10.
7 Michael Haberlandt: Katalog der Sammlungen des Museums für österreichische Volkskunde in Wien,Wien 1897, S. 1-4.
8 Andreas Michel und Oskár Elschek: Instrumentarium der Volksmusik. In: Doris Stockmann( Hg.):Volks- und Popularmusik in Europa(= Neues Handbuch der Musikwissenschaft 12), Laaber 1992,S. 279-282.