deren Geschichte hauptsächlich im 19. Jahrhundert verläuft, läßt sichdies noch viel eindeutiger nachweisen.[...] Andere Bildzeugnisse machenmit schwierigen Quellenverhältnissen vertraut. So hat das MuseumHandzeichnungen von Biedermeiermalern erwerben können, beispiels-weise eine„ Bergmusik" von Friedrich Reinhold, auf der neben anderenInstrumenten der armen Bergmusikanten auch zwei Harfen zu erkennensind. Solche Wanderharfenisten finden sich auch auf einer Bildzeugnis-reihe wieder, die bisher kaum schon quellenmäßig herangezogen wurde,nämlich die alten porzellanenen Bierglasdeckel. Von den zahlreichen inBayern und Österreich bemalten Deckeln weisen nicht wenige volks-musikalische Motive auf. So auch die bemalten Bienenstockstirnbrett-chen aus Kärnten und Krain. Man kann darauf Musikdarstellungenfinden, auf denen ein Tanzpaar zum Zitherspiel sich dreht. Aber auchMädchen, die andächtig dem Gitarrespiel ihres Partners zuhören.[...]Die bemalten Bienenstockstirnbrettchen stellen unter anderem auch einvolkskünstlerisches Gegenstück zu anderen Gruppen der Gebrauchskunstdar. So zur Möbelverzierung, deren volksmusikalische Züge bisher janoch selten betont wurden... 5
Dieser Ausschnitt aus einem bemerkenswerten Beitrag von Leopold Schmidt ver-weist auf eine mögliche volkskundliche Ergänzung der Messung, Beschreibungund Ordnung von Musikinstrumenten. Damit wäre die Musikinstrumenten-sammlung nicht allein als Summe einzeln dokumentierter Objekte zu sehen,sondern als wesentlicher Teil innerhalb der Gesamtheit der Volkskunst. Fürdie Kategorie ,, Chordophone" war aber mehrfach zwischen dörflicher undstädtischer Herkunft zu unterscheiden, um das Spezifische in Formgebung,Maẞverhältnissen und Gestaltung differenziert darstellen zu können.
5 Leopold Schmidt: Die Sammlung alter Volksmusikinstrumente des Österreichischen Museums fürVolkskunde. In: Walter Deutsch und Gerlinde Haid( Hg.): Die Geige in der europäischen Volksmusik( Schriften zur Volksmusik 3), Wien 1975, S. 126 f.
Einleitung
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