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Erb.gut? : kulturelles Erbe in Wissenschaft und Gesellschaft ; Referate der 25. Österreichischen Volkskundetagung vom 14. - 17.11.2007 in Innsbruck
Entstehung
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Retten Bewahren- Benützen?

über zwei oder mehrere Zeitepochen( Erdgeschichte, Urgeschichte, Vorgeschichte, Antike,Frühgeschichte, Mittelalter, Neuzeit, Zeitgeschichte,...) reichen. Die meisten dieser Samm-lungen sind Heimatmuseen, kirchengeschichtliche Sammlungen und Kunstsammlungen, esfolgen dann Sammlungen zur Industriekultur und volkskundlich relevante Spezialsammlun-gen. 32 verschiedene Sammlungen haben Bestände aus dem 19./20. Jahrhundert. wobei dieThemen Handwerk und Gewerbe sowie weitere Sonderthemen hervorstechen. Zur Gruppe,, Allgemeine Geschichte"- gemeint ist der Zeitraum von der Erdgeschichte bis zur Gegenwart- zählen 11 heimatkundliche Sammlungen. Sämtliche anderen Zeiträume sind sammlungsin-haltlich vergleichsweise nur marginal vertreten. 10

Ich rekapituliere: ausgehend vom Katalog aller Sammlungen und Museen im Viertel oberdem Wienerwald habe ich zunächst das gesamte in den Sammlungen und Museen befind-liche ErbgutMaterial nach Sachthemen, Sammlungsinhalten, Bestandsgruppen sortiert,anschließend dieses Material inhaltlich Regionen, Örtlichkeiten zugeordnet und schließlichdieses auch historisch gegliedert. Dieser Ist- Zustand der heutigen Sammlungssituation gehtselbstverständlich auf eine sammlungshistorische Entwicklung zurück, die aufzeigen könnteund interpretieren ließe, wann und warum welche Sammlungsintentionen eingesetzt, fortge-führt bzw. sich geändert haben. Wie man später, ab dem Zeitpunkt der Musealisierung mitdiesen Sammlungsobjekten umgegangen ist, welches Schicksal und welche Wirkung sie imEinzelnen hatten, das ist die Frage, der ich nun noch nachgehen möchte. Dies lässt sich aller-dings aufgrund der Quellenlage nur in wenigen Fällen belegen. Vor allem können das in derRegel nur die Sammlungen selbst leisten, wenn sie entsprechende Unterlagen besitzen." Diesist meistens kaum oder gar nicht der Fall; der Zustand musealer Kultur kann so beschriebenwerden: selten hat man inventarisiert und dokumentiert, was einzelne Gegenstände betrifft;auch ist kaum wo festgehalten, wer sie wann und wie restauriert hat. Kaum dokumentiert ist,ob einzelne Objekte einmal oder öfter verliehen worden sind, und zu welchem Zweck, fürwelche Ausstellung, im eigenen Haus oder nach außerhalb. Und weiters: selten sind diese Ob-jekte jemals in einem gedruckten Katalog verzeichnet und beschrieben worden, wenige wur-den in sonstigen Publikationen veröffentlicht. All das sind Fakten, die ungern kommentiertwerden. 12 Diese bereits historischen Prozesse des Museumsalltags nachzufragen wird zweifels-ohne notwendig und in Zukunft unabdingbar, wenn man bedenkt, dass das Sammelwesen

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Andrea Euler: Alltag sammeln. In: Die Stellwand, Jg. 15, 2007, H. 3, 9 f.

Andreas Kusternig: Die Inhalte der Museen Niederösterreichs. In: Michael Stiller( Red.), Karl Brunner, A.Kusternig u. Fritz F. Steininger( Hg.): Zentrum und Regionen. Museumslandschaft Niederösterreich.(Schriften, 83). Wien 1995, 219-245.

Klaus Beitl: Herkunftsakten. Archivalisches Hilfsmittel zur museographischen Bestimmung volkskundlicherObjekte. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, Bd. 15/64, 1961, 200-204.

Es gibt selbstverständlich Ausnahmen. So hat z. B. einmal Leopold Schmidt den Weg bäuerlicher Möbelaus dem westlichen Niederösterreich im musealen Bereich penibel dokumentiert( s. L. Schmidt: BäuerlicheMöbel aus Niederösterreich im Volkskunde- Museum zu Berlin. In: Staatliche Museen zu Berlin( Hg.): 75Jahre Museum für Volkskunde zu Berlin 1889- 1964. Festschrift. Berlin 1964, 135- 152). Weitere Beispieleaus dem. Viertel ober dem Wienerwald/ Mostviertel( Lebzeltmodel, ÖMV Inv.-Nr. 51.320; Säkorb, ÖMVInv.-Nr. 50.436; zweitüriger Kasten/ Reiterkasten, ÖMV Inv.-Nr. 336) konnte mir nach Hinweisen von FrauDir. HR Dr. Margot Schindler, ÖMV Wien, dankenswerter Weise Frau Mag.( FH) Elisabeth Egger aufarbeitenund vorlegen. Herrn Christian Inkerl vom Museumsmanagement Niederösterreich verdanke ich zumThema Geschichte von Ausstellungsobjekten ebenfalls Mitteilungen, die verschlungene Wege vonObjekten( Deponierung, Verleih, Restaurierung, Ausstellung, museale Präsentation, Auslagerung, Kopien,...) nachvollziehen lassen.

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